Aus einer längst vergangenen Zeit

von Redaktion

Alltagstest mit dem extrem durstigen und extrem schnellen 719-PS-Monster Dodge Durango SRT Hellcat

Für dieses Auto gibt es eigentlich nur ein Wort, das es umfassend beschreibt: brutal. Der 6,2-Liter-V8 im Dodge Durango SRT Hellcat leistet 719 PS, das maximale Drehmoment beträgt 874 Nm, der Wagen schafft den Standardsprint aus dem Stand auf 100 km/h in 3,6 Sekunden und hat in den Papieren eine Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h eingetragen. Wir haben das derzeit stärkste sechssitzige Serien-SUV aus US-Produktion einem Alltagstest unterzogen. Brutal und ehrlich.

Lob: Das US-Monster ist ein Auto zum Anfassen. Hart und herzlich, und man braucht keine Angst zu haben, dass man zu wenig schick für dieses Muscle Car ist. Ölige Haare? Verschwitztes Outfit? Schwarze Ränder unter den Fingernägeln? Passt perfekt. Der Innenraum ist ordentlich verarbeitet, aber mehr auch nicht. Eher preisgünstiger und praktischer Kunststoff dominieren hier, Klavierlack und Alcantaraleder sucht man vergeblich. Auf Knopfdruck weckt man den Motor aus seinem Schlaf, der daraufhin mit einem bösen Grollen der Umgebung klarmacht, wer hier nun sein Werk zu tun gedenkt. Sobald das tempolimitierende Ortsschild passiert ist, kann man das Gaspedal mal ordentlich treten. Und dann brüllt der Dodge Durango richtig los. Lenkt man den 2.604 Kilogramm schweren Ami dann auf die Autobahn, zeigt dieser auf tempolimitfreien Abschnitten, was er am besten kann: brutal beschleunigen. Der Motor hat selbst bei hohem Tempo (als Maximum sind 290 km/h eingetragen) immer noch Kraft, um beim Beschleunigen noch eine Schippe draufzulegen. In schnell gefahrenen Kurven ist allerdings Arbeit am Lenkrad angesagt, und die Gesetze der Physik sollte man auch nie vergessen.

Den 5,11 Meter langen und 1,92 Meter breiten Durango steuert man erstaunlich gut durch den Stadtverkehr, auf dem Supermarktparkplatz kann es jedoch etwas eng werden. Da parkt man besser in den abgelegenen Bereichen. Wenn es ans Einpacken geht, ist der Dodge ebenfalls ziemlich maßlos: Mit sechs Sitzen fasst er 490 Liter Gepäck, als Zweisitzer üppige 2.400 Liter. Die Zuladung darf bis zu 675 Kilogramm wiegen, an der Anhängerkupplung nimmt er rund 3,5 Tonnen an den Haken.

Kritik: Die Rückfahrkamera verschmutzt sehr leicht und die Heckklappe schwingt weniger als 1,80 Meter weit auf.

Kosten: Für den Dodge Durango SRT Hellcat muss man 136.188 Euro hinblättern. Richtig teuer wird es dann aber an der Tankstelle: Der Verbrauch war kaum unter 18 Liter auf 100 Kilometer zu drücken.

Fazit: Das Monster-SUV ist ein automobilier Dinosaurier. Die Fahrt damit ist ein faszinierender Ausflug in die Vergangenheit, als Benzin billig war und niemand sich über den CO2-Ausstoß Gedanken machte. Viele Tränen muss man ihm aber nicht nachweinen. VOLKER PFAU

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