Die Kosten für eine hauseigene Wallbox können bis zu 3.000 Euro betragen. Warum dann nicht einfach den Haushaltsstrom zum Laden benutzen, dürfte sich so mancher Hausbesitzer fragen – hat man doch beim Kauf des neuen E-Autos in der Regel auch ein Kabel für die herkömmliche Steckdose überreicht bekommen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht.
Tatsächlich liegt das Hauptproblem nicht bei den höheren Kosten. Die sind pro Ladung im Durchschnitt je nach Lademenge nur drei bis vier Euro teurer als über eine Wallbox. Grund für diese Teuerung ist die mangelnde Effizienz einer hauseigenen Steckdose (2,3 kW im Vergleich zu elf kW und mehr bei Wallboxen). Dadurch verlängert sich der Ladevorgang enorm und kann bei Elektroautos mit großem Akku gut und gern bis zu 30 Stunden dauern. Die damit einhergehenden Ladeverluste können bis zu 20 Prozent und mehr betragen.
Der Hauptgrund, warum man die eigene Steckdose nur im Notfall zum Laden für das E-Auto nutzen sollte, ist allerdings ein anderer. „Haushaltsteckdosen und zugehörige Leitungen sind für die Art von Dauerbelastung, wie sie beim Laden eines Elektroautos entsteht, nicht ausgelegt“, erklärt der Versorger „RhönEnergie“ auf seiner Website. Das könne schnell zu einer Überlastung führen. Die Folge: Die Steckdose erwärmt sich und auch in den Leitungen steigt die Temperatur. Schlimmstenfalls kann dann nicht nur die Sicherung im Verteilerkasten ausgelöst werden, sondern sogar ein Kabelbrand entstehen. Und der ist unter Umständen nicht einmal durch die Versicherung abgedeckt.
Wer dennoch die Kosten oder den Aufwand für die Installation einer eigenen Wallbox scheut, findet Ladeplätze immer mehr auch vor der eigenen Haustür. Gerade in Städten wächst die Dichte an öffentlichen Stromtankstellen rasant. Spitzenreiter ist hier Stuttgart mit 1.880 öffentlichen Ladepunkten, etwa gleichauf mit Hamburg (mehr als 1.800). Auch München ist mit 1.387 Ladesäulen gut versorgt, gefolgt von Berlin mit 1.358 öffentlichen Ladepunkten. Christoph Kastenbauer