Sie wirken wie kleine Häuser, die aus dem Dach des eigentlichen Hauses ragen: Zwerchhäuser sind steinerne oder aus Fachwerk (seltener Holz) bestehende Dachaufbauten mit Fenstern. Diese sind meist in die Gliederung der darunterliegenden Fassade mit einbezogen, indem sie als einzelnes, akzentuierendes Bauteil eine bestimmte Partie des Gebäudes (meistens dessen Mitte) betonen.
Auch wenn die Assoziation naheliegt, kommt der Begriff nicht von „Zwerg“. Die Bezeichnung rührt vom mittelhochdeutschen „zwerch“ für „quer“ her, denn der First des Zwerchhauses liegt quer zum First des Hauptdachs. Diese Form der Architektur lockert den schweren Eindruck großer, gleichförmiger Dachflächen auf und vermittelt auf so zwischen der langen Horizontalen des Dachs und vertikalen Formen. Seinen Anfang nahm das Zwerchhaus im 14 Jahrhundert im Rahmen der städtischen Speicherarchitektur. In den mittelalterlichen Städten wurden die Zwerchhäuser mit Ladeluken gebaut, über die das Speichergut mittels Seilzügen in den Dachboden gebracht und von dort wieder heruntergehoben werden konnte. Ck