Wie handelt man richtig?

von Redaktion

Wenn es „kracht“, einen kühlen Kopf bewahren

Ein Verkehrsunfall kann jeden überraschen – und gerade in diesen Momenten ist besonnenes Handeln lebenswichtig. Wer dabei einige grundlegende Schritte beachtet, schützt sich selbst und hilft anderen effektiv.

Das Wichtigste:
Ruhe bewahren

Zunächst gilt es, Ruhe zu bewahren und sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Ist die eigene Sicherheit gewährleistet oder drohen weitere Gefahren durch nachfolgenden Verkehr, Feuer oder Strom?

Laut dem Portal bussgeldkatalog.org ist das Absichern der Unfallstelle der erste Schritt: Warnblinker einschalten, Warnweste anlegen und das Warndreieck in ausreichender Entfernung aufstellen – innerorts etwa 50 Meter, auf Landstraßen 100 Meter und auf Autobahnen 150 bis 200 Meter.

Hilfreich ist es außerdem, Umstehende gezielt um Unterstützung zu bitten, etwa beim Absichern der Stelle, beim Absetzen des Notrufs oder bei der Ersten Hilfe.

Der Notruf über die Nummer 112 sollte möglichst früh abgesetzt werden.

Die W-Fragen

Wichtig ist, am Telefon die sogenannten W-Fragen klar zu beantworten: Wo ist der Unfall passiert? Was ist geschehen? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Verletzungen liegen vor? Wer ruft an? Das Gespräch sollte erst beendet werden, wenn keine Rückfragen mehr offen sind. Wenn möglich, empfiehlt es sich, die Freisprechanlage zu nutzen, damit beide Hände frei bleiben.

In akuten Gefahrensituationen, etwa bei Feuer, Rauch oder instabilen Fahrzeugen, dürfen Verletzte aus der Gefahrenzone gerettet werden. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) weist auf seiner Website drk.de darauf hin, dass dabei das Fahrzeug zunächst gesichert werden muss: Zündung aus, auf nicht ausgelöste Airbags achten und den Sicherheitsgurt lösen.

Anschließend kann die Person mit einem Rettungsgriff aus dem Fahrzeug gebracht werden. Bei Motorradunfällen sollte der Helm nur dann abgenommen werden, wenn die Person bewusstlos ist oder nicht normal atmet.

Anschließend sind Bewusstsein und Atmung zu prüfen. Reagiert die Person nicht auf Ansprechen oder leichtes Rütteln, liegt Bewusstlosigkeit vor. Um die Atmung zu prüfen, den Kopf überstrecken, das Kinn anheben und etwa zehn Sekunden auf Brustkorbbewegungen, Atemgeräusche oder Luftstrom achten.

Ist die Person bewusstlos, aber atmet normal, bringt man sie in die stabile Seitenlage und kontrolliert regelmäßig die Atmung. Bei fehlender normaler Atmung muss sofort mit der Herzdruckmassage begonnen werden, und zwar so lange, bis der Rettungsdienst eintrifft. Die einfache Merkregel lautet „Prüfen – Rufen – Drücken“.

Lebensrettende
Maßnahmen

Starke Blutungen erfordern schnelles Handeln: Direkter Druck auf die Wunde oder ein angelegter Druckverband können lebensrettend sein. Verletzte sollten zudem vor Kälte geschützt, beruhigt und nicht allein gelassen werden. Essen oder Trinken ist tabu – besonders bei Bewusstseinsstörungen oder wenn eine Operation notwendig werden könnte.

Wer seine Kenntnisse auffrischen möchte, kann dies bei Organisationen wie dem DRK, den Johannitern, Maltesern oder dem Arbeiter-Samariter-Bund tun. In aktuellen Erste-Hilfe-Kursen werden stabile Seitenlage, Wiederbelebung und Rettungsgriffe praxisnah gezeigt. Auch offizielle Online-Materialien zum Üben – etwa von der Stiftung Gesundheitswissen oder dem DRK – helfen, in einem Ernstfall sicherer zu reagieren. ese

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