Die Gemeinde Niederbergkirchen, zwischen der Kreisstadt Mühldorf und der Stadt Neumarkt-St. Veit gelegen, zählt mit etwa 1250 Einwohnern zu den kleineren der 31 Landkreisgemeinden. Sie gehört neben Erharting und Niedertaufkirchen zur Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach.
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Baugebiet
Besonders im Baugebiet im Bereich Kollmannseck, am östlichen Ortsrand, herrschte in den letzten Jahren rege Bautätigkeit. Nur noch wenige Baugrundstücke sind dort verfügbar, so- dass sich die Gemeinde nach neuen Baugebieten umsehen wird, etwa am Kirchweg. Insgesamt ist die Gemeinde immer noch landwirtschaftlich geprägt, aber der Strukturwandel schreitet auch hier voran. Sowohl die Anzahl der Vollerwerbsbetriebe als auch der Milchviehbetriebe geht zurück. Großflächige Industrieansiedlungen sind sowohl wegen der hügeligen Landschaft als auch wegen der verkehrsgünstiger gelegenen Nachbargemeinden nicht möglich. Die Gewerbesteuereinnahmen decken daher nur einen geringen Teil des Gemeindehaushalts ab.
Solardorf wächst
Bekannt ist Niederbergkirchen aber weitum als Solardorf, da nicht nur viele Dächer mit Solarthermie- und Photovoltaikanlagen ausgestattet sind, sondern auch weil nicht weniger als neun Bürgersolarkraftwerke auch Bürgern, die über keine eigenen Dachflächen verfügen, die Möglichkeit zur Stromerzeugung bieten. Neben größeren Freiflächenanlagen in Kinning und Aiching, die in den letzten Jahren ans Netz gingen, sind weitere Anlagen in Planung.
Für Windräder ist die Gemeinde allerdings wegen der Streusiedlungen (35 Ortsteile) nicht geeignet. Ob überhaupt und in welchem Umfang es zu einer zentralen Wärmeversorgung kommen wird, ist noch ungewiss. Die Wasserversorgung wird durch die zwei Brunnen mit Maschinenhaus und Behälteranlage nahe Höllberg, die der Wassergenossenschaft gehören, sichergestellt. Das Verteilungsnetz und die Abrechnung liegt in den Händen der Gemeinde. Der Wasserpreis ist trotz einer Erhöhung 2026 mit einem Euro je Kubikmeter nach wie vor sehr günstig. Die Kosten für die Abwasserbeseitigung nähern sich jedoch den vier Euro pro Kubikmeter, denn die zahlreichen Pumpen, die das Abwasser zur Kläranlage nach Mühldorf befördern, generieren hohe Wartungs- und Stromkosten.
Grundschule
und Kinderbetreuung
Die vor mehr als 20 Jahren vom „Förderverein Schulhaus“ angestoßene und mit viel Eigenleistung durchgeführte grundlegende Sanierung des Schulhauses trug entscheidend dazu bei, dass die mit Niedertaufkirchen zusammen betriebene Grundschule erhalten werden konnte. Wegen steigender Geburtenzahlen und vermehrtem Zuzug junger Familien ist nicht nur der Kindergarten St. Elisabeth mit zwei Gruppen voll ausgelastet, sondern auch die Anzahl der Klassen wird sich in den nächsten Jahren wegen deutlich steigenden Zahlen der Schulanfänger erhöhen. Der mit 600 Mitgliedern stärkste Ortsverein ist der Sportverein, der besonders in den Sparten Fußball und Tischtennis wieder regen Zulauf im Kinder- und Jugendbereich erfährt. Er organisiert auch dieses Jahr wieder einen Lauf, der am 10. Mai stattfinden wird. Großen Anklang fand auch die Aprés Ski Party im Januar. Aber auch andere Ortsvereine wie der Obst- und Gartenbauverein, die Schützenvereine, die KLJB sowie die beiden Feuerwehren bieten jungen Bürgerinnen und Bürgern sinnvolle Freizeitbetätigungen. Als wichtige Treffpunkte dienen das Gasthaus Schützenwirt als Heimat der Schützenvereine, das Pfarrheim und das Haus der Familie im Mesnerhaus.
Nahezu schuldenfrei
Da die Gemeinde derzeit nahezu schuldenfrei ist, war sie in den letzten Jahren auch in der Lage, Gemeindestraßen zu sanieren und neu zu asphaltieren, die Mängel an der Sporthalle zu beseitigen und für die freiwilligen Feuerwehren sehr gute Ausrüstung zu beschaffen. bic