Unser Welterbe

von Redaktion

Staunend reisen von Georgien, über die Philippinen bis nach Kamerun

Die Pyramiden in Ägypten, die Athener Akropolis, der Taj Mahal, die Serengeti, der Grand Canyon, die Inkastadt Machu Picchu – sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind einzigartige Kultur- und Naturgüter, die unter dem Schutz der UNESCO stehen. Damit sollen Objekte bewahrt werden, die von universellem Wert sind. Reisen und staunen, das geht hier ganz einfach. Wir stellen Ihnen hier ein paar unbekanntere UNESCO-Tipps vor. Toll nicht nur für Kulturreisende.

Die Bergdörfer
von Swanetien

Die Swanen – ein georgischer Volksstamm im nördlichen Westgeorgien – haben eine eigenständige Kultur mit eigener Sprache und eigenem Ikonenkult. Ihre Angehörigen leben noch heute im Großen Kaukasus auf etwa 40 abgelegenen Bergdörfern verteilt. Ein Besuch dort gleicht fast einer Reise ins Mittelalter. Die genaue Herkunft des seit Jahrhunderten isoliert lebenden Volkes ist ungeklärt. Ihre Sprache, die keine Schrift kennt, ist mit dem heutigen Georgisch nur auf eine entfernte Weise verwandt. Ihre Religion zieht Elemente der ursprünglichen Naturreligion mit ein. Charakteristisch für die Bergdörfer – wunderschön etwa in Uschguli – sind auch die bis zu fünf Stockwerke hohen Steintürme aus dem 12. Jahrhundert. Sie wurden neben den Wohnhäusern errichtet, sollten Bewohner vor Angreifern schützen.

Kulturlandschaft im
Mandara-Gebirge

Diy-Gid-Biy – „Ruine der Häuptlingsresidenz“ – nennen die Mafa, eine der wichtigsten Ethnien der Region, die Kulturlandschaft im äußersten Norden des Mandara-Gebirges in Kamerun. Die Stätte umfasst 16 monumentale Ruinen, die zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert errichtet wurden. Bemerkenswert ist die ausgeklügelte Trockensteinarchitektur: Auf Terrassen sind Mauern und Plattformen ohne Mörtel aus lokalem Granit und anderen Steinen errichtet, eine Bauweise, die in Subsahara-Afrika äußerst selten ist und die einzigartigen handwerklichen Fähigkeiten der Erbauer belegt. Die terrassierten Anlagen dienten einst als Residenzen, Festungen und rituelle Orte. Diy-Gid-Biy ist nicht nur ein archäologisches, sondern auch ein sehr lebendiges kulturelles Erbe Nordkameruns.

Die Altstadt
von Sanaa

Steil aufragende Turmhäuser aus Lehm mit kunstvoll gestalteten Fassadenornamenten prägen die Altstadt von Sanaa, Hauptstadt des Jemen und einst einer der schönsten Orte an der Weihrauchstraße. Die Stadt geht auf eine Burg aus sabäischer Zeit zurück, erlebte ihre Blütezeit ab 520 unter dem Königshaus der Himyariten. Im Jahr 628 wurde der Jemen islamisch – der Prophet Mohammed persönlich soll die Anweisung zum Bau der ersten Moschee in Sanaa gegeben haben. Die Altstadt beeindruckt mit bis zu 1.000 Jahre alten Hochhäusern. Die unteren Etagen wurden nach traditioneller Bauweise aus Naturstein, die oberen aus ungebrannten Lehmziegeln errichtet.

Im ungarischen
Dorf Hollók

Das in einer malerischen Umgebung gelegene Dorf Hollók verbirgt sich zwischen den Hügeln des Cserhát-Gebirges, 100 Kilometer von Budapest entfernt. Unter der auf einem Felsen thronenden Ruine der Burg Hollók, die auf das 13. Jahrhundert zurückgeht und gegen Ende des 17. Jahrhunderts zerstört wurde, liegt der Ortskern mit einem stattlichen Ensemble von Wohnhäusern, die während des 17. und des 18. Jahrhunderts entstanden sind. Charakteristisch für sie sind ihre Laubengänge und die ebenerdigen Keller. Reiche Schnitzarbeiten an den Holzlauben vervollständigen das mittelalterliche Ensemble in einem der wohl schönsten Dörfer Ungarns. In einem der Holzhäuser befindet sich heute ein Dorfmuseum.

Reisterrassen in den
Kordilleren

Bereits seit 2.000 Jahren kultivieren die zu den Igorot zählenden Ifugao Reis auf den Terrassen in den Bergen des nördlichen Luzon. Der Nassreisanbau gehört zu den bedeutendsten kulturellen Errungenschaften in der Geschichte Asiens. Eine besondere Kunstfertigkeit hierin erreichten die Ifugao, ein indigenes Bergvolk der philippinischen Kordilleren. Das Welterbe umfasst fünf Areale auf der Insel Luzon, alle befinden sich im 20 km langen Tal von Banaue, an dessen steilen Berghängen die in mühevoller Handarbeit angelegten Reisterrassen förmlich „kleben“. Die etwa drei Meter breiten Terrassen, durch Steinmauern voneinander abgegrenzt, richten sich in ihrem Verlauf nach den natürlichen Gegebenheiten. Ein raffiniertes System von Bambusrohren, Kanälen und kleinen Schleusen dient dabei der Bewässerung: Damit wird von der obersten Terrasse bis hinab ins Tal jede einzelne Fläche ausreichend geflutet. Julitta Ammerschläger

Artikel 7 von 11