Es geht doch. Das Angebot an kleinen Elektroautos, deren Preis einen nicht in den finanziellen Ruin treibt, wächst. Ein neuer Vertreter ist der Hyundai Inster, dessen Preis für die Basisversion bei 23.900 Euro beginnt. Für unseren Alltagstest hat uns der koreanische Hersteller die Topausstattung Prime zur Verfügung gestellt, die 6.200 Euro mehr kostet.
Lob: Der Viersitzer mit den knuffigen Kulleraugen-Scheinwerfern bekommt viel Aufmerksamkeit und weckt jede Menge Sympathien – wir wurden oft auf den Wagen angesprochen und zu Größe, Preis und Reichweite befragt.
Zuerst aber lobten wir in solchen Gesprächen das Interieur, das unser Exemplar mit der größeren 49-kWh-Batterie und der Prime-Ausstattungslinie an Bord hatte. Dazu gehörten beispielsweise die sehr gut arbeitende Sitz- und Lenkradheizung, die gute Bilder liefernde Rückfahrkamera, die automatische Türverriegelung beim Losfahren, die Auto-Hold-Funktion sowie elektrische Fensterheber vorn und hinten. Erfreulich, dass auch dieser kleine Hyundai mit der markentypischen Abbiegehilfe ausgestattet war, die beim Betätigen des Blinkers rechts oder links eine Kamera aktiviert und den toten Winkel minimiert.
Zu den Fahrleistungen fiel unser Fazit überwiegend positiv aus. Man darf von dem Auto aber nicht zu viel erwarten. Die Topgeschwindigkeit liegt bei 150 km/h, die man aber nicht allzu lange fahren sollte, denn jenseits der 120 km/h schnellt der Verbrauch nach oben. Im herbstlich-kühlen Wetter notierten wir Werte von knapp über 15 kWh auf 100 Kilometer, oft lagen wir aber um ein bis zwei kWh drüber. Als Reichweite kalkulierten wir mit 300 Kilometern – für ein Kurzstreckenfahrzeug ein ordentlicher Wert, auf längeren Etappen braucht‘s Langmut beim Laden.
Dem Konzept entsprechend taugt der Inster als Transportmittel für bis zu vier Personen oder einen Wochenendeinkauf für eine durchschnittlich große Familie. 335 Kilogramm dürfen zugeladen werden, ein zusätzliches großes Fach im Kofferraumboden wertet die Ladekapazität von 280 bis 1.059 Liter auf. Gut beim Beladen ist, dass die Türen weit aufschwingen.
Kritik: Obwohl der Hyundai 3,83 Meter kurz ist, muss man beim Rangieren ordentlich kurbeln, da der Wendekreis üppige 10,6 Meter beträgt. Der Kofferraum ist erwartbar klein, aber wir mussten bereits für den Transport zweier Getränkekisten den Rücksitz umlegen.
Kosten: Als Preis schreibt Hyundai für die von uns gefahrene Version 30.100 Euro auf das Fahrzeugkennblatt.
Fazit: Wer seine Fahrleistungen zum überwiegenden Teil innerorts absolviert, findet in dem Hyundai Inster ein attraktives Angebot. Wählt man die kleinere 42-kWh-Batterie, kann man gegenüber der von uns gefahrenen Topversion viel Geld sparen. VOLKER PFAU