von Redaktion

Vom 30. Januar bis 1. Februar wird das Almdorado in Übersee am Chiemsee zum Treffpunkt für alle, die sich für Wald, Holz, Handwerk und nachhaltiges Bauen interessieren. Die Oberbayerischen Holztage verbinden Fachmesse, Branchentreffen und Familienevent und zeigen eindrucksvoll, welche Wertschöpfung in der regionalen Forst- und Holzbranche steckt – vom Keimling im Wald bis zum fertigen Holzbau.

Getragen wird die Veranstaltung vom Verein „Wir bauen auf heimisches Holz e.V.“, den Bayerischen Staatsforsten und der Almdorado GmbH, unterstützt von zahlreichen Partnern aus Wirtschaft, Bildung und Verbänden. Ziel ist es, die gesamte Wertschöpfungskette Holz sichtbar zu machen und alle Akteure der Region an einem Ort zusammenzubringen – Waldbesitzer, Forstleute, Säger, Zimmerer, Schreiner, Architekten, Hochschulen, Kommunen und Bürgerinnen und Bürger.

„Die Oberbayerischen Holztage sind ein wunderbares Volksfest des Holzes“, sagt die Erste Vorsitzende Jorun Klinger. Holz sei ein Material, das man anfassen, riechen und erleben könne, und genau das erwarte die Gäste an diesem Wochenende.

Fachauftakt
am Freitag

Der Freitag richtet sich vor allem an Fachbesucherinnen und Fachbesucher aus Forst, Holzbau, Planung und kommunaler Praxis. Am Vormittag steht zunächst die Wertholzsubmission Südostbayern im Mittelpunkt: Auf dem Submissionsplatz werden besonders hochwertige Stämme aus der Region präsentiert und an Meistbietende versteigert. Die Ergebnisse der zuvor abgeschlossenen Versteigerung werden am Freitagvormittag präsentiert.

Parallel dazu präsentieren sich im beheizten Messezelt und auf dem Außengelände Unternehmen, Organisationen und Institutionen der Forst- und Holzwirtschaft, vom Sägewerk über Holzbau- und Zimmereibetriebe bis hin zu Anbietern für nachhaltige Baustoffe und Planungsbüros. Besuchende erhalten Einblicke in innovative Produkte, Dienstleistungen und Projekte rund um das klimafreundliche Bauen mit Holz.

Am Nachmittag lädt der Verein zur Fachvortragsreihe „Vom Keimling bis zum Holzbau – Blick über den Tellerrand“ ein. Zur Eröffnung richtet der stellvertretende bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger ein Grußwort an die Gäste. Es folgen Vorträge zu Themen wie „Stand der Dinge im Wald“, moderner Sägetechnik, innovativen Holzbau-Lösungen und der Rolle von Holz im Klimaschutz. „Nur durch Wissensaustausch können wir alle profitieren“, betont Klinger. „Jedes Gewerk gewinnt, wenn es versteht, was in den vor- und nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette passiert.“

„Netzwerken
und Zamkema“

Im Anschluss an das Vortragsprogramm geht es beim „Netzwerken & Zamkema“ im Almstadl und im Messezelt weiter. Hier treffen sich Förster, Zimmerer, Architekten, Professoren, Studierende, kommunale Entscheider und Handwerksbetriebe, um Projekte zu diskutieren, Kooperationen anzubahnen und Erfahrungen auszutauschen.

Wertschöpfungskette
zum Zuschauen

Zu den eindrucksvollsten Programmpunkten zählt das Format „Holz in Aktion“, bei dem die gesamte Wertschöpfungskette Holz live erlebbar wird. Forst-Auszubildende fällen einen Baum, der anschließend mit Rückepferd und Maschine gerückt, mit einer mobilen Säge eingeschnitten und schließlich von Zimmerer-Lehrlingen zu Bauteilen verarbeitet wird, bis hin zum Dachstuhl.

„Zuschauen ist eindrücklicher als jede trockene Erklärung“, sagt Jorun Klinger. „Man sieht, wie viele Hände, Fertigkeiten und Gewerke beteiligt sind, bis ein Stück Holz im Haus, im Möbel oder in der Kunst ankommt. Das ist ein echter Gang durch die Wertschöpfungskette Holz.“ So wird anschaulich, wie regionale Wertschöpfung funktioniert und welcher Beitrag dadurch zur CO2-Bindung und zum Klimaschutz geleistet wird.

Auf den Freiflächen zeigen außerdem moderne Forstmaschinen und Holzbearbeitungstechnik, was heute in der Praxis möglich ist – von der professionellen Holzernte bis zur präzisen Bearbeitung für den Holzbau. Besucherinnen und Besucher erhalten so einen realistischen Eindruck vom Zusammenspiel aus traditionellem Handwerk und moderner Technik.

Wochenende für Bürger
und Familien

Am Samstag und Sonntag öffnen sich die Holztage ganz bewusst für die breite Öffentlichkeit. Unter dem Motto „Holz kann das!“ dürfen sich Familien, Bauinteressierte, Handwerksfans und alle Neugierigen auf ein vielfältiges Programm freuen. Im beheizten Messezelt und auf dem Außengelände präsentieren sich Betriebe der Forst- und Holzbranche, Kunsthandwerker, Anbieter für Holzheizungen, Carports, Innenausbau oder Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Ein Forum mit Kurzvorträgen liefert praktische Informationen zu Themen wie „Bauen mit eigenem Holz“, Holzschutz, energieeffizientem Bauen, Bioökonomie und nachhaltiger Materialwahl.

Für Kinder und Jugendliche gibt es Waldpädagogik-Angebote, Stockbrot am Feuer, Mitmachstationen und Einblicke in verschiedene Holz-Berufe. Bei der integrierten Bildungsmesse zeigen Betriebe, Berufsschulen und die Technische Hochschule Rosenheim Ausbildungswege und Studiengänge rund um Forst, Holztechnik, Holzbau und Ingenieurwesen.

Auch kulinarisch wird einiges geboten: Foodtrucks, regionale Schmankerl im Almstadl, dazu Musik und ein gemütliches Rahmenprogramm sorgen dafür, dass der Besuch nicht nur informativ, sondern auch genussvoll wird.

Holz als Zukunftsbaustoff
und Klimaschützer

Holz gilt als klimafreundlicher Baustoff, der CO2 langfristig bindet und im Vergleich zu vielen anderen Baumaterialien deutlich weniger sogenannte graue Energie in der Herstellung benötigt. „Bauen mit Holz ist aktiver Klimaschutz“, betont Klinger.

Mit den Oberbayerischen Holztagen will der Verein zeigen, dass die Region Südostoberbayern mit ihrem hohen Waldanteil, den holzverarbeitenden Unternehmen, den kompetenten Planungs- und Ausführungsbetrieben und der Technischen Hochschule Rosenheim alle Bausteine für eine starke, zukunftsfähige Holzbaubranche vor Ort hat. Die Veranstaltung bietet eine Plattform, um diese Kräfte zu bündeln und gemeinsam an Lösungen für klimafreundliches Bauen und regionale Wertschöpfung zu arbeiten.

Der Eintritt kostet sieben Euro pro Tag; Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Weitere Informationen, Programm und Anmeldemöglichkeiten sind unter

www.oberbayerische-holztage.de

zu finden.

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