Bürgermeister Huber nimmt Abschied

von Redaktion

24 Jahre lang – vier Wahlperioden – hat er als Bürgermeister amtiert. Ende April, nach den Kommunalwahlen, geht Josef Huber (69) in den Ruhestand. Jetzt wird er mehr Zeit für seine Familie haben, für sein Hobby als Jäger. Und sich wohl auch so manchen Urlaubswunsch erfüllen können.

Im Gespräch mit unserer Zeitung lässt er einige Stationen seiner Tätigkeit an der Spitze der Gemeinde Revue passieren.

Große Projekte gestemmt

Gleich zu Beginn seiner ersten Amtszeit im Jahr 2002 hat er sich um ein kompliziertes und aufwendiges Projekt kümmern müssen: die Abwasserentsorgung. „Das hat einfach sein müssen“, sagt er. Sechs Jahre lang hat es gedauert, bis die Arbeiten abgeschlossen waren, 14 Millionen Euro mussten dafür investiert werden. Einzelgespräche mit betroffenen Bürgern, Diskussionen mit Gegnern verschlangen viel Kraft und Zeit. Es sei ja darum gegangen, „die ganze Sache von den Kosten her bürgerverträglich zu gestalten“. Er habe erfahren müssen, dass die Umsetzung von Planungen viel Geduld erforderte. „Und da ist in unserer kleinen Gemeinde mit der mäßigen Steuerkraft auch immer das Problem mit dem lieben Geld“, fügte er hinzu. Heißt im Klartext: Visionen muss man mit der Wirklichkeit vereinbaren.

Zu schaffen macht Bürgermeister Huber das Hin und Her um die geplante Deponie auf Babenshamer Grund. Das nerve insofern, als der Gemeinde die Verantwortung für etwas gegeben wird, wofür sie gar nicht zuständig ist.

Ärger um Deponie

Das Vorhaben sei von einer privaten Firma initiiert worden, und rechtlich befasst sei damit die Regierung von Oberbayern. Eine ziemlich langwierige Prozedur ist da im Gang, so schildert es der Bürgermeister. „Wir können nicht mehr tun, als immer wieder anzurufen und nach dem Stand der Dinge zu fragen. Wir sind da ganz arme Schweine.“

An anderer Stelle ist in der Ära Huber freilich auch Schönes passiert in Babensham: 2024 wurden die Renovierungsarbeiten für den

Kindergarten im ehemaligen Fiedler-Gebäude abgeschlossen, und auch der Neubau der Kinderkrippe wurde fertiggestellt. 6,5 Millionen Euro hat die Gemeinde dafür investiert. Die Aufregungen wegen diverser Baumängel sind abgeklungen.

Gute Zusammenarbeit
im Rat

Huber hat jedenfalls in seinem Amt immer wieder Gutes erlebt: „Wofür ich sehr dankbar bin, ist die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat.“ Differenzen, nein, die habe es bis auf wenige Fälle nicht gegeben. „Nach der Sitzung ist man nie böse auseinandergegangen. Ich habe den besten Gemeinderat gehabt, den man sich wünschen kann. Nur so ging auch was vorwärts.“

Welche Ratschläge hat Huber für seinen Nachfolger? „Er muss den Bürgern aufs Maul schauen und die richtigen Prioritäten setzen.“ Und natürlich über Menschenkenntnis verfügen. „Bürgermeister ist nach wie vor ein schönes Amt“, so sein Fazit nach einem knappen Vierteljahrhundert im Dienst der Gemeinde.win

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