Ein Zebrastreifen zwischen Rathaus und Kirche soll den Fußweg im Herzen von Großkarolinenfeld sicherer machen. Das wünscht sich die PLW-Fraktion im Gemeinderat und hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Der Bereich Kolbergstraße/Karolinenplatz gilt als sehr frequentiert, verkehrsmäßig überlastet und unübersichtlich. Mit dem Zebrastreifen bietet sich die Möglichkeit, dass die Fahrbahn auf Höhe des Sitzungssaales überquert werden kann. Auch die Anbindung zum Festplatz und Spielplatz ist praktisch. Nicht zuletzt in Hinblick auf die geplante „Dritte Röhre“ unter den Bahngleisen wäre er von Nutzen.
Dass ein Zebrastreifen an dieser Stelle notwendig ist, das stand im Gemeinderat außer Frage. Eine erste Kostenschätzung bezifferte das Vorhaben auf rund 33.000 Euro. Doch soll man gleich auch noch die marode Straße sanieren? Und wenn ja, in welchem Bereich? Diese Diskussion führte das Gremium gleich in mehreren Sitzungen, bis eine Entscheidung gefunden werden konnte. Denn für den Bereich gibt es bereits eine Feinuntersuchung für die Neugestaltung der „Grünen Mitte“, für die man Mittel aus der Städtebauförderung erwartet. Wenn man jetzt baut, verbaut man sich damit vielleicht etwas – oder muss es später noch mal neu machen. Außerdem gibt es jetzt auch keine Förderung. Doch kann man den Bürgern den Zustand der Straße noch länger zumuten? In der Gemeinderatssitzung im November schließlich lagen mehrere Varianten auf dem Tisch. Neben einem reinen Zebrastreifen-Bau gab es zwei Sanierungs-Abschnitte zur Auswahl: einmal von den Bahngleisen bis zur Einmündung Kolbergstraße, einmal bis zur Ampel an der evangelischen Kirche. Bei diesen beiden Abschnitten konnten die Räte wählen zwischen einer Sanierung wie im Bestand mit Erneuerung der Gehwegplatten und Bordsteine nur vor dem Rathaus, oder auf der ganzen Strecke, oder eine Sanierung wie in der Feinuntersuchung vorgeschlagen mit allen möglichen Gestaltungselementen – die Kosten variierten entsprechend stark zwischen sechs- und siebenstelligen Beträgen. Das Gremium entschied schließlich für einen Mittelweg: die Sanierung von der Bahnunterführung bis zur Einmündung Kolbergstraße wie im Bestand mit einer Erneuerung des Großteils der Gehwegplatten, Rinnen und Bordsteine. Dazu entsteht ein Fußgängerüberweg zwischen altem Rathaus und katholischer Kirche. Baubeginn soll nach dem Frühlingsfest ab Juni sein.
Neues Gewerbegebiet an
der Marienberger Straße
Großkarolinenfeld hat Platz geschaffen für neue Gewerbeansiedlungen. Das bestehende Gewerbegebiet an der Marienberger Straße wurde auf der gegenüberliegenden Straßenseite durch eine Fläche von rund 27.000 Quadratmetern erweitert. Die Erschließung des neuen „Gewerbering-West“ ist abgeschlossen und hat rund 2,15 Millionen Euro gekostet.
Eine Ringstraße mit zwei barrierefreien Bushaltestellen führt durch das Gewerbegebiet. Im Zuge der Bauarbeiten wurde auch die Marienberger Straße saniert: mit einer zusätzlichen Entwässerung und in Teilen einer neuen Deckschicht. In diesem Jahr soll der Verkauf der Grundstücke beginnen, die sich ausnahmslos im Eigentum der Gemeinde befinden. Mit den Einnahmen will die Gemeinde andere anstehende Projekte finanzieren.
Sanierung Wertstoffhof
in diesem Jahr geplant
In diesem Jahr ist eine Sanierung des Wertstoffhofes geplant. Ursprünglich hatte man überlegt, diesen an ein Grundstück an den Bahngleisen zu verlagern – doch größere Vorhaben der Bahn ließen die Gemeinde davon Abstand nehmen. Nun soll er am Standort ertüchtigt werden – unter anderem mit einer kompletten Sanierung von Dach und Stahlkonstruktion.
Großkaro bekommt eine
Flüchtlingsunterkunft
Eine größere Diskussion, die aber mit Vernunft geführt wurde, löste die Nachricht einer Flüchtlingsunterkunft in der Gemeinde aus. Vor der entsprechenden Sitzung im Gemeinderat fand prompt eine kleine Demonstration gegen das Vorhaben statt, der sich eine Gegendemonstration entgegenstellte. Auch in der Sitzung selbst waren die Zuhörer-Plätze voll belegt.
Der Freistaat Bayern, vertreten durch das Landratsamt Rosenheim, hatte einen Bauantrag für ein Wohnheim für Geflüchtete gestellt. Die Gemeinde stellt dafür ein Grundstück in der Pfälzerstraße zur Pacht, befristet auf sechs Jahre. Es soll ein dreistöckiges Container-Gebäude mit Platz für 54 Geflüchtete werden.
Neben Wohnbereichen gibt es Aufenthaltsräume sowie sanitäre Einrichtungen. Die Erschließung ist gesichert, auch die erforderlichen drei Stellplätze sind eingeplant. Dementsprechend beurteilte die Verwaltung das Vorhaben als baurechtlich zulässig. Bürgermeister Bernd Fessler berichtete, dass man sich absichtlich für dieses Vorgehen entschieden habe. Denn in anderen Gemeinden sei das oft auf privaten Flächen gelaufen, die aus wirtschaftlichen Gründen mit möglichst vielen Geflüchteten besetzt worden seien. In der Pfälzerstraße dagegen handele es sich um ein großes Grundstück, das viel Platz biete.
Durch die Befristung des Vertrages, so die Hoffnung, habe die Gemeinde etwas Einfluss auf das Vorgehen. Denn wenn es nicht gut laufe, werde man die Pacht nicht verlängern.
Fessler betonte auch das Engagement vieler Gemeindebürger in der Flüchtlingskrise 2015, als man zahlreiche Geflüchtete aufgenommen habe und das dank einem guten Helferkreis problemlos funktioniert habe.
In einer Informationsveranstaltung im Oktober hatten die Bürger Gelegenheit, ihre Fragen unter anderem an den Bürgermeister, den Landrat und die gemeindliche Integrationsbeauftragte zu stellen. Die Unterkunft ist derzeit in Bau und wird voraussichtlich im März bezugsfertig, sodass anschließend die ersten Geflüchteten einziehen können.khe