Die Gemeinde Gstadt entwickelt sich – soweit es die Möglichkeiten erlauben. Seit über 20 Jahren hat die Gemeinde kein Einheimischen-Gebiet mehr ausgewiesen, nun kommen weitere Flächen auf den Markt. Am Maierholz sollen auf insgesamt 5500 Quadratmetern dreizehn Parzellen geschaffen werden.
Wohnraum für
Einheimische
Derzeit laufen die Planungen für das Einheimischenmodell. Das neue Wohnbauland gehört der Gemeinde, die Grundstücke sind also nicht frei verkäuflich. Was die Wasserversorgung betrifft, sind noch einige Nachbesserungen bezüglich der wasserrechtlichen Genehmigung erforderlich. Und eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Potenzialabfrage laufen auch noch. Das Projekt werde sich also hinziehen, sagt Bürgermeister Bernhard Hainz.
Am Dorfplatz in der Breitbrunner Straße soll ein großes Grundstück umgeplant werden. Neben Gewerberäumen für die Nahversorgung im Erdgeschoss sollen unter Berücksichtigung der denkmalschutzrechtlichen Belange auch elf Wohneinheiten im Obergeschoss geschaffen werden. Der Gstadter Gemeinderat hatte im Oktober 2022 einen Grundsatzbeschluss für die Überplanung des Grundstücks gefasst, seitdem laufen die Planungen und die Abstimmung mit der Regierung bezüglich Nahversorger.
Betreutes Wohnen in einem eigenen Haus kann Gstadt nicht anbieten. „Nicht dass wir das nicht wollen. Aber wir haben das große Glück, dass viele Familien Häuser haben, die groß genug sind, um dort mehrere Generationen unterzubringen“, betont der Bürgermeister. Das Modell Mehrgenerationenhaus werde in vielen Fällen eh schon praktiziert. Viele landwirtschaftliche Gebäude stehen leer.
Dort Wohnraum zu schaffen, also zwei eigene und bis zu fünf weitere, kann sich der Gstadter Bürgermeister gut vorstellen. Damit werden keine weiteren Flächen versiegelt und Gebäude werden erhalten. Und somit könne man den dörflichen Charakter von Gstadt beibehalten: „Wir wollen Gstadt nicht städtisch machen.“
Kleingewerbe zeichnet
den Ort aus
Viel Kleingewerbe macht den Ort am Chiemsee aus, es gibt keine größeren Firmen am Ort. Das meiste Gemeindegebiet liegt im Landschaftsschutzgebiet, so dass Gstadt kein echtes Gewerbegebiet ausweisen kann. Im Gegenzug bedeutet das aber eine einmalige Lage, und damit auch eine gute Einnahmequelle: „Wir leben vom Tourismus.“ Die Zahlen sprechen für sich. Aktuell gibt es 62 Vermieter.
Seit dem Sommer 2024 ist die Gemeinde Gstadt am Chiemsee auch Teil der Werbegemeinschaft „6 am Chiemsee.“ In dem Verbund arbeiten die Gemeinden Chieming, Grabenstätt, Seebruck-Seeon, Übersee, Breitbrunn und Gstadt zusammen, um sich und gemeinsam den Chiemsee als Urlaubsdestination zu vermarkten.
Darüber hinaus will die Tourist-Info eine neue Homepage kreieren, um sich spätestens im Jahr 2027 im neuen Look zu präsentieren. elk