Achenmühles neuer Dorfplatz

von Redaktion

Der Dorfplatz im Rohrdorfer Ortsteil Achenmühle: Jahrzehntelang war das nur die Beschreibung für einen Mangel, für die Tatsache nämlich, dass genau ein solcher Platz fehlte. Und die Nutzung der Fläche als Parkplatz kam nicht von ungefähr: Achenmühle war ein Durchfahrtsdorf ohne erkennbaren Mittelpunkt.

Dass es doch gelang, dass Achenmühle seit vergangenem April einen Platz hat, der dem Ort so etwas wie einen Schwerpunkt gibt, nicht zuletzt durch die kleine Eisdiele, die der Fläche zusätzlich Gestalt und einen Sinn verleiht – das ist ein großer Erfolg. Und dabei ein Erfolg, der viele Mütter und Väter hatte: Die Bürger aus Achenmühle selbst, ihre Vereine, die Verwaltung, der Gemeinderat.

Denn die große Herausforderung beim Achenmühler Dorfplatz war es zunächst, zu einer Erkenntnis zu gelangen: Dass man nur mit Kompromissen würde zu einem Ergebnis kommen können. Denn Vorstellungen, was der Platz alles optimalerweise erhalten und auch leisten sollte, gab es viele. Sollte die neue Ortsmitte ein offener Platz sein mit viel Raum für Vereinsfeste unter freiem Himmel beziehungsweise in einem größeren Zelt? Oder doch auch ein Spielplatz und ein fester Bau mit einer kleinen gastronomischen Nutzung?

Aus der heutigen Rückschau, da der Platz einen Sommer als Treffpunkt erfolgreich hinter sich hat, im Advent auch bewies, dass er große Veranstaltungen wie den Achenmühler Weihnachtsmarkt beherbergen kann, mag eines kaum noch verständlich sein: Warum man sich so lange so schwer tat, eine breit angelegte Kompromisslösung zu finden.

Für Bürgermeister Simon Hausstetter ist der Achenmühler Dorfplatz dennoch ein Zeichen dafür, wie erfolgreiche Gemeinderatsarbeit am Ende aussehen kann: Dass alle Ratsmitglieder bereit sind, Abstriche von ihrer Idealvorstellung zu machen, in dem Wissen, das ein kleinster gemeinsamer Nenner mehr wäre, als gar nichts zu haben.jt

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