Herausforderungen, aber auch viele Chancen

von Redaktion

Waldkraiburg blickt auf ein besonderes Jahr zurück: 2025 stand ganz im Zeichen des 75-jährigen Jubiläums. Mit einem großen viertägigen Festwochenende vom 24. bis 27. Juli rund um das Haus der Kultur und im Stadtpark wurde dieses Ereignis gebührend gefeiert. Auch wenn der Starkregen am Samstag das große Familienfest unter dem Motto „Der Sommer zieht durch die Stadt“ ausbremste, zieht Erster Bürgermeister Robert Pötzsch insgesamt ein positives Fazit. „Wir haben das Jubiläum ausgiebig mit einem bunten Programm gefeiert. Viele Vereine, Organisationen und auch wir als Stadt haben uns eingebracht, um gemeinsam etwas Besonderes auf die Beine zu stellen.“

Besonders gefreut hat sich der Bürgermeister über den internationalen Besuch, denn zum Jubiläum konnte die Stadt Gäste von weit her begrüßen: Eine Delegation aus Böhmisch Laipa, aus dem nach dem Zweiten Weltkrieg viele Vertriebene nach Waldkraiburg kamen, war zu Gast und auch beim Festakt dabei.

Stolz auf die Geschichte – und auf die Menschen

Waldkraiburg ist eine Stadt mit außergewöhnlicher Geschichte. Darauf blickt Pötzsch mit großer Anerkennung zurück: „Ich bin sehr stolz auf unsere junge und moderne Stadt und auf unsere Väter und Großväter, die Waldkraiburg nach dem Krieg aus dem Boden gestampft haben – ohne sicher sein zu können, hier eine gesicherte Zukunft zu haben.“ Heute ist Waldkraiburg die größte Stadt im Landkreis. Den Grundstein haben hierfür die vorherigen Generationen gelegt und es ist unsere Aufgabe, dieses Erbe stetig fortzuführen.

Mitmachen statt konsumie-

ren: Bürgerengagement

im Fokus

Bürgerbeteiligung ist für Robert Pötzsch ein zentrales Thema – auch über das Jubiläumsjahr hinaus. „Wir als Stadt haben immer mehr Aufgaben und gleichzeitig zu wenig personelle und finanzielle Ressourcen, um alle Wünsche zu erfüllen. Umso wichtiger ist das ehrenamtliche Engagement von Bürgerinnen und Bürger, Vereinen und Organisationen. Als Stadt wollen wir dafür verlässliche und gute Rahmenbedingungen schaffen.“

Auch 2026 wird es zahlreiche Gelegenheiten zum Mitmachen geben. Das Veranstaltungsformat „Der Sommer zieht durch die Stadt“ lebt vom Einsatz der Vereine und Organisationen und soll auch in diesem Jahr stattfinden, aller Voraussicht nach im Juni, zwischen Pfingsten und Volksfest. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen im Haus des Buches und ermöglichen dadurch bereits heute erweiterte Öffnungszeiten.

Im Stadtpark sind ebenfalls neue Impulse geplant: Das Wasserbassin wird vom Bund Naturschutz erneuert, zudem arbeitet eine Initiative an einem Konzept, um den Kiosk wiederzubeleben. Ziel ist es, diesen zu sanieren, eventuell um WC- und Kühlanlage zu ergänzen und ihn anschließend den Vereinen für unterschiedliche Nutzungen zu überlassen. Dafür werden aktuell noch Sponsoren und Mitstreiter gesucht.

Darüber hinaus sind auch seitens der Stadt Veranstaltungen geplant. Neben Volksfest und Christkindlmarkt, die auch 2026 fest im Kalender stehen, freut sich der Bürgermeister besonders auf ein weiteres Jubiläum: „Ein Höhepunkt wird das 125-jährige Bestehen des Radlervereins Pürten sein, das vom 3. bis 8. Juni im Rahmen einer Festwoche gefeiert wird.“

Große Aufgaben für eine
wachsende Stadt

Mit Blick auf die Gegenwart sieht Robert Pötzsch klare Herausforderungen. „Wir brauchen ein Umdenken in der Gesellschaft – weg von der Vollkasko-Mentalität, hin zu mehr Eigenverantwortung.“ Gleichzeitig müssten Städte ihre Prioritäten klar setzen. Für Waldkraiburg bedeute das, trotz Investitionsstau, die Pflichtaufgaben zu erfüllen und die Stadt lebenswert zu halten – vom Erhalt des Jahn-Stadions, der Eishalle über Spielplätze und Schulen bis hin zum Ausbau von Fernwärme und Glasfaser.

Höchste Priorität hat derzeit die Franz-Liszt-Mittelschule. „Wir hoffen, dass die Schule noch drei bis fünf Jahre hält, brauchen aber 2026 die finale Entscheidung, ob es einen gemeinsamen Standort mit der Mittelschule an der Dieselstraße geben soll oder ob es bei zwei Standorten bleibt. Danach starten die konkreten Planungen.“ Auch andere Schulen haben Sanierungsbedarf; an der Beethoven-Grundschule beginnt zudem ein Pilotprojekt zur Ganztagesbetreuung, dessen Kosten bereits im Haushalt 2026 eingeplant sind.

Sorgen bereitet der Zustand des Rathauses. Umfangreiche Sanierungen des Gebäudes und der Tiefgarage wären nötig, sind aktuell aber finanziell nicht darstellbar. „Das hängt wie ein Damoklesschwert über uns. Der neu gewählte Stadtrat wird entscheiden müssen, wie es hier weitergeht“, so Pötzsch.

Er möchte erneut als Bürgermeisterkandidat antreten. Trotz der Herausforderungen ist seine Motivation ungebrochen. „Mit voller Entschlossenheit bin ich bereit, auch in den kommenden sechs Jahren Verantwortung zu übernehmen und mich weiterhin mit voller Kraft für Waldkraiburg einzusetzen.“ Der entscheidende Faktor für die Kandidatur ist aber das gute Miteinander: „Ich habe ein super Team – in der Verwaltung wie im Stadtrat. Wir betreiben fraktionsübergreifend konstruktive Sachpolitik und ich bin sicher, dass wir das fortsetzen können.“

Mit einem möglichst früh verabschiedeten Haushalt soll dem neuen Stadtrat eine solide Basis mitgegeben werden. „Ich sehe viele Chancen für Waldkraiburg in der Zukunft und möchte die Geschicke unserer Stadt gerne weiter lenken.“ kao

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