Bergbaugeschichte – von Au zum Wetterstollen Deisenried

von Redaktion

Heute ist Au vor allem als ruhiger Ortsteil der Gemeinde Bad Feilnbach bekannt. Weniger präsent ist, dass der Ort im 19. Jahrhundert zeitweise Teil der regionalen Bergbaugeschichte war. Zwischen etwa 1839 und 1907 wurde in der Umgebung von Au in kleineren Gruben Pechkohle gewonnen, eine bituminöse Form der Braunkohle, wie sie im oberbayerischen Alpenvorland verbreitet vorkam.

Der Abbau blieb überschaubar, stand jedoch im Zusammenhang mit dem damaligen Kohlebergbau im Raum Miesbach-Hausham. Die geförderte Kohle diente vor allem als Brennstoff für Haushalte und kleinere Betriebe und ergänzte die in der Region bedeutende Torfgewinnung, etwa in den Mooren rund um Bad Aibling.

Wetterstollen Deisenried

Ein wichtiges Zeugnis dieser Epoche ist der Wetterstollen Deisenried, der zum Bergbau im Raum Hausham gehört und an der Straße zwischen Bad Feilnbach und Hausham liegt. Er wurde 1956/57 als Belüftungsstollen angelegt und bis zur Einstellung des Kohleabbaus im Jahr 1966 genutzt. Damit stammt er aus der letzten Phase des oberbayerischen Kohlebergbaus.

Nach Jahren des Verfalls wurde der Stollen gesichert und für Besucher hergerichtet. Die Restaurierung erfolgte mit Unterstützung des LEADER-Förderprogramms; die kommunalen Eigenanteile trugen die Gemeinden Bad Feilnbach und Fischbachau gemeinsam. Die offizielle Eröffnung hat im Oktober stattgefunden.

Auch in Au selbst erinnert noch ein sichtbares Zeichen an diese Zeit: Gegenüber der freiwilligen Feuerwehr steht eine Lore, die symbolisch an den früheren Pechkohleabbau erinnert. Sie verweist auf einen heute wenig bekannten Abschnitt regionaler Industriegeschichte. frt

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