S ist angerichtet

von Redaktion

Mercedes-Benz hat seine Oberklasse rundum überarbeitet

Die S-Klasse von Mercedes-Benz war automobile Oberschicht, stets verbunden mit dem Anspruch, anderen einen Schritt voraus zu sein. Nun stand ein Facelift an, und die Untertürkheimer treten an, um den alten und neuen Premium-Konkurrenten zu zeigen, wo der Hammer hängt.

Interessant auch für Käufer, die sich Preise jenseits der 120.000-Euro-Marke nicht leisten können oder wollen, denn vieles, was in den großen Limousinen Premiere feiert, wird nach und nach in anderen Modellen verfügbar sein und zum Standard werden. Das war so bei der Servolenkung, bei der Klimaanlage und bei fast allen Fahrassistenzsystemen. Die neue S-Klasse verwöhnt die Insassen mit heizbaren Sicherheitsgurten. Bisher war für die S-Klasse ein „Level-3-System“ im Einsatz, das erlaubt, den Blick von der Fahrbahn zu nehmen. Das nun angebotene Drive Assist Pro ist aber nur formal ein Rückschritt auf Level 2++, weil es den Fahrer nicht aus der Verantwortung entlässt. Es funktioniert auch in der Stadt. Europäische Fahrer müssen jedoch noch auf die regulatorische Freigabe warten. Dazu kommen verbesserte Ein- und Ausparkassistenten und einer fürs Rückwärtsfahren. Richtungspfeile und Spurempfehlungen werden quasi auf die Fahrbahn projiziert. Kameras für jeden Platz ermöglichen sogar mobile Videokonferenzen. Das ist kaum etwas für Menschen, die selbst fahren, zeigt aber, wie weit die Vernetzung im Automobilbereich reicht – wenn die Infrastruktur mithält.

Ansonsten viele Modifikationen im Detail: unterschiedliche Angebote fürs Infotainment, optische Retuschen etwa am Kühlergrill oder ein neues 20-Zoll-Vielspeichenrad. Bei den Motoren Modellpflege, die sich vor allem durch geringfügige Senkung des Verbrauchs auswirken dürfte. Dem Spitzenbenziner S580 und den Plug-in-Hybriden spendierte Mercedes nun rund 100 Kilometer elektrische Reichweite. Auch beim Fahrwerk hat Mercedes nachgelegt. Die serienmäßige, cloudbasierte Luftfederung reagiert jetzt vorausschauend auf Bodenwellen. Die Trauben hängen hoch: Preise starten ab 121.356 Euro und sind nach oben offen. Dafür sorgt auch das Manufakturprogramm, das individuellen Ausstattungswünschen – zum Beispiel mit mehr als 150 Außen- und über 400 Innenraumfarben – kaum Grenzen setzt. Selbst konfigurierten Farben kann man sogar einen eigenen Namen geben. MARTIN PREM

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