Die Mieten steigen – und eine Entspannung am Wohnungsmarkt ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der Greix-Mietpreisindex, der vom Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) herausgegeben wird, zeigt Erschreckendes: Insgesamt gingen die Angebotsmieten im vierten Quartal um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in die Höhe und stiegen somit rund doppelt so stark wie die allgemeine Inflation.
Bundesweit höchste
Kaltmiete in München
Laut IfW hat München die höchste durchschnittliche Kaltmiete mit 23,35 Euro pro Quadratmeter, vor Frankfurt am Main mit 17,36 Euro. Der Schnitt liegt bei 14,41 Euro. Die Angebotsmieten in den meisten Metropolen nehmen dabei weiter zu. In sieben der acht größten deutschen Städte stiegen sie im Vergleich zum Vorquartal, besonders deutlich in Köln mit einem Plus von 3,4 Prozent und in München mit 1,9 Prozent. In Hamburg und Frankfurt lag der Zuwachs im bundesweiten Schnitt von rund einem Prozent. Die explodierenden Mieten haben dabei wohl vor allem zwei Gründe. Einmal schrumpft auch weiterhin – trotz staatlicher Förderoffensive – das Angebot. Das ist vor allem damit zu erklären, dass zwar aktuell Baugenehmigungen zunehmen, es aber meist über ein Jahr dauert, bis ein Haus oder eine Wohnung steht, in das oder die jemand einziehen kann. Den „Bauturbo“ wird man so beim Wohnungsangebot vermutlich frühestens 2027 spüren. Aktuell ist laut der Studie die Zahl der Mietinserate im vierten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sieben Prozent zurückgegangen. Im Vergleich zu 2015 sind es sogar rund 20 Prozent weniger. Ein weiterer Grund der steigenden Mieten ist der Wildwuchs von Vermietungsarten, die höchst umstritten sind, da sie Instrumente wie die Mietpreisbremse aushebeln: das befristete Vermieten, und hier häufig in Kombination mit einer möblierten Wohnung. Wo eine Neuvermietung sonst nur maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Durchschnittsmiete liegen darf, sind diese Angebote häufig davon ausgenommen. Ergebnissen des IfW zufolge hat der Anteil befristeter und möblierter Mietangebote in Deutschland ein Rekordniveau erreicht. So entfielen 2025 bundesweit rund 17 Prozent aller Wohnungsinserate auf dieses Segment und somit mehr als jede sechste angebotene Wohnung. In den acht größten Städten liegt der Anteil demnach bei fast einem Viertel, in München sogar bei rund einem Drittel. Christoph Kastenbauer