Große Herausforderungen liegen vor der kleinen Gemeinde. Bürgermeister Johann Ziegleder ist sich aber sicher, dass sie gemeistert werden können. Den Weg dahin sieht er im Zusammenhalt und der gegenseitigen Unterstützung: „Die Grundvoraussetzung, so der Bürgermeister, ist der respektvolle Umgang miteinander und dafür setzt er sich ein.“
Wasserversorgung
sichern
Ein aktuelles Thema der Gemeindearbeit ist derzeit die Wasserversorgung. Das Gemeindegebiet wurde über eine weitere Wasserversorgungsleitung von Piesenkofen nach Hörmannsdorf an den Zweckverband Bintalgruppe angeschlossen. Damit ist die Wasserversorgung sichergestellt und die Gemeinde Egglkofen ist mit dem Wasser auf einem sehr guten Stand. Zuvor gab es bis zu 40 Prozent Wasserverluste.
Im nächsten Schritt werden die Altlasten an den Kanälen angegangen. Allein am Zellerweg sind 600.000 Euro für die Kanalsanierung fällig. „Jetzt gehen wir alle Kanalschächte an, bisher war es wegen der angespannten Haushaltslage nicht möglich“, so Bürgermeister Johann Ziegleder, „das sind bis zu 1,5 Millionen Euro, die über zehn bis 15 Jahre benötigt werden.“
Es ist viel Geld für die kleine Gemeinde, die auch deswegen weiter wachsen will. Direkt anliegend an die Liegenschaften der Gemeinde, neben der Mehrzweckhalle, wurde daher im vergangenen Jahr ein abbruchreifes Anwesen gekauft. 1.100 Quadratmeter schönster Baugrund. Er dient als Vorrat und wurde 2025 in den Haushalt eingestellt. Das Wohnhaus soll abgerissen werden und die Garage bekommt die Feuerwehr als Lager, erzählt Bürgermeister Ziegleder.
Die Organisation der Fernwärme hat die Gemeinde bereits vor Jahren selber in die Hand genommen. Die Versorgung des Gemeindegebäudes und der Schule, sowie von 15 Häusern ist durch private Initiative entstanden. Derzeit gibt es 35 Interessenten, die an die Fernwärme anschließen möchten. Von der Regierung von Oberbayern soll ein Zuschlag für die Planung und Kostenberechnung kommen. Der Bürgermeister geht davon aus, dass im Herbst 2026 die Berechnung der Kosten steht und mit konkreten Zahlen gearbeitet werden kann, damit die Gartenstraße und die Eichenstraße angeschlossen werden können.
Im Waldkindergarten
sind noch Plätze frei
Ein weiteres Thema, das 2026 aktuell wird, ist die Kinderbetreuung. „Von oben herab kommen Aufgaben auf uns zu“, erklärt der Bürgermeister. Der Bund verlagert die Aufgabe der Kinderbetreuung auf die Gemeinden und gibt Zuschüsse. „Aber wie sollen wir den Rest finanzieren?“ Fragt sich Ziegleder. Vier Räume benötigte die Kindertagesstätte zusätzlich, 906.000 Euro an Kosten fallen dafür an. Der Zuschuss beträgt 320.000 Euro, urspünglich hieß es, 90 Prozent der Kosten werden übernommen. Inzwischen heißt es, nur auf die bezuschussfähigen Kosten, also verbleiben im Endeffekt Zweidrittel der Kosten bei der Gemeinde, die sie selber tragen muss.
Auch über den Rechtsanspruch für die Nachmittagsbetreuung ärgert sich der Bürgermeister. „Keiner kümmert sich darum, wie ab 2026 die erste Klasse zu betreuen ist“, schimpft er. Ab da kommt jedes Jahr eine Klasse dazu. Bisher wurden die Kinder der Nachmittagsbetreuung im zweiten Stock der Schule in zwei Klassenzimmern betreut. Falls es mehr werden, haben wir eine Wohnung im obersten Stockwerk freigelassen, die ausgebaut werden kann, so Ziegleder. Auch ist der Kindergarten voll belegt seit September 2025. Die gute Nachricht ist, dass im Waldkindergarten noch zehn Plätze frei sind.
Der Ort wächst schnell
Die Schule, die bisher eine Kombiklasse hatte, wird ab September vier einzelne Klassen bekommen. 20 Kinder wechseln vom Kindergarten in die Schule. Die erste bis vierte Klasse wird dann gut belegt sein. Auch die Turnhalle soll saniert sein. Dort funktioniert die Lüftung nicht korrekt und muss korrigiert werden. Zuschüsse werden für die Sanierung der Turnhalle beantragt. Dort entsprechen die Wände nicht mehr den Anforderungen an den Brandschutz. Die Halle muss rundum neu ausgestattet werden.
Wohngebiet ausbauen
Für das Wohngebiet am Zellerweg ist der weitere Ausbau geplant. Soweit die Anlieger mitziehen in der Finanzierung, soll ein Teil des Kanals und der Fahrbahn ausgebaut werden. Für die Ersterschließung werden 90 Prozent der Kosten auf die Anlieger umgelegt werden. Die Hoffnung ist, dass viele Neubauten hinzukommen. In Egglkofen wurde bereits in den vergangenen Jahren viel für den Wohnungsbau getan. So ist der Ort über ein paar Jahre um 400 Einwohner gewachsen. Außerdem sorgt ein reges Vereinsleben dafür, dass die jungen Leute gerne bleiben.sn