Die Messe als Türöffner nutzen

von Redaktion

„Im persönlichen Gespräch lassen sich Fragen sofort klären“ – ein Berufsberater im Interview

Jugendliche stehen kurz vor dem Schulabschluss vor einer großen Entscheidung, die oft mit Unsicherheiten verbunden ist: Wie geht es weiter? Welcher Beruf passt zu mir? Wie stehen meine Chancen? Und wie verändern sich Berufe künftig? Welche Themen in Beratungsgesprächen mit Jugendlichen zum Thema Berufswahl besonders häufig auftauchen und warum die zweite OVB Azubimesse im Kinopolis Rosenheim helfen kann, sich zu orientieren, erklärt Berufsberater Matthias Reisaus von der Agentur für Arbeit im Interview.

Welche Unsicherheiten begegnen Ihnen in Beratungsgesprächen kurz vor dem Schulabschluss besonders häufig?

Viele Jugendliche tun sich kurz vor dem Schulabschluss schwer damit, sich endgültig für einen Ausbildungsweg zu entscheiden. Häufig geht es um ganz konkrete Fragen: Reichen die Schulnoten für den Wunschberuf? Wie stehen die Chancen auf dem regionalen Ausbildungsmarkt? Und was passiert, wenn sich kein Ausbildungsplatz findet? Zunehmend beschäftigen junge Menschen auch Fragen zur Zukunftssicherheit einzelner Berufe, wie im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz.

Welche Funktion erfüllt eine Messe wie die OVB Azubimesse aus Sicht der Berufsberatung?

Die OVB Azubimesse bietet Schülerinnen und Schülern eine sehr gute Möglichkeit, sich einen Überblick über Ausbildungsberufe in der Region zu verschaffen. Viele entdecken dort Berufsbilder, die sie vorher gar nicht auf dem Schirm hatten. Besonders wertvoll ist der direkte Kontakt zu Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern: Oft ist ein erstes persönliches Gespräch der entscheidende Schritt hin zu einem Praktikum oder späteren Ausbildungsplatz.

Warum ist der persönliche Kontakt auf solchen Veranstaltungen oft entscheidender als Online-Recherche?

Im persönlichen Gespräch lassen sich Fragen unmittelbar klären. Jugendliche bekommen ein Gefühl dafür, ob der Betrieb zu ihnen passt, und können direkt Termine für Praktika oder Probearbeiten vereinbaren. Dieser direkte Austausch ersetzt keine Online-Recherche, ergänzt sie aber entscheidend.

Was können Jugendliche bei einem Messebesuch realistisch für sich mitnehmen, auch wenn sie noch keine konkrete Vorstellung haben?

Sie gewinnen einen Überblick über die Ausbildungsangebote in der Region und erhalten erste Eindrücke von unterschiedlichen Berufen. Zudem nehmen viele konkrete Informationen zum Ausbildungsalltag und zu betrieblichen Abläufen mit – auch das hilft bei der weiteren Orientierung.

Wie sollten sich Jugendliche Ihrer Erfahrung nach auf eine Ausbildungsmesse vorbereiten – und was ist nicht notwendig?

Sinnvoll ist es, sich vorab zu informieren, welche Betriebe vor Ort sind und gezielt Gespräche zu planen. Ein Lebenslauf kann hilfreich sein, um Kontaktdaten zu hinterlassen. Auch vorbereitete Fragen und etwas zum Mitschreiben sind empfehlenswert. Nicht notwendig ist ein formeller Auftritt: Anzug oder Krawatte braucht es nicht.

Welche Chancen bietet die Messe für den Ausbildungsstandort Rosenheim?

Betriebe haben die Möglichkeit, sich als Ansprechpartner zu präsentieren und frühzeitig potenzielle Auszubildende kennenzulernen, mit Blick auf die langfristige Fachkräftesicherung. Gleichzeitig spielt die Vernetzung zwischen Unternehmen, Jugendlichen und der Berufsberatung eine wichtige Rolle.

Warum ist es wichtig, dass Jugendliche Perspektiven direkt in der Region kennenlernen?

So kann dem Fachkräftemangel vor Ort entgegengewirkt werden. Jugendliche sehen, welche beruflichen Möglichkeiten es in der Region gibt, und leisten damit einen Beitrag zur Stärkung der regionalen Wirtschaft.

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