Neue Ortsmitte für Marquartstein

von Redaktion

In der Mitte von Marquartstein soll ein neues und attraktives Ortszentrum entstehen, so der einhellige Wusch von Bürgermeister Andreas Scheck, Gemeinderat und weiten Teilen der Bürgerschaft.

Bereits 2018 hatte sich für Marquartstein die lang erhoffte Chance zur Entwicklung des großräumigen Bereichs unmittelbar an der B305 zwischen Bahnhof- und Staudacher Straße eröffnet. Damals hat die Lebensraum Tiroler Achen GmbH & Co. KG (LTA) das ehemalige Schrobenhauser-Areal in der Ortsmitte erworben. Die Gemeinde Marquartstein hatte daraufhin angeboten, ihre angrenzenden, unbebauten Grundstücke für eine großflächige Entwicklung mit einzubringen. Demnach sollte die LTA als Investor auf dem insgesamt über 5.000 Quadratmeter großen Zentrumsbereich eine attraktive Wohn- und Geschäftsbebauung umsetzen. Durch einen Architektenwettbewerb fand man ein für Gemeinde und Investor passendes Bebauungskonzept, welches in der anschließenden Planungsphase mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan finalisiert wurde.

Bis Oktober 2026 hätte der Investor Zeit gehabt, einen entsprechenden Bauantrag einzureichen; einer Realisierung des Projekts stand eigentlich nichts mehr im Wege. Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Bausektor, haben sich ab 2022 ganz erheblich verändert, die Bauwirtschaft steckt in der Krise und der Investor bewertete das Projekt als nicht mehr wirtschaftlich realisierbar – ein herber Rückschlag für Marquartstein. Aktuell läuft die Rückabwicklung; die Gemeinde erhält ihre Grundstücksflächen zurück und kauft zusätzlich die privaten Flächen an. Auf diese Weise bleibt die Chance zur Gestaltung einer neuen, attraktiven Ortsmitte für Marquartstein gewahrt.

Die Planung soll nun den neuen Rahmenbedingungen angepasst werden und eine schrittweise Umsetzung ermöglichen. Dafür sucht die Gemeinde Marquartstein nun wieder nach starken Partnern mit frischen Ideen.

Basis der anvisierten Ortsmitte ist nach wie vor ein Konzept, mit dem die Thaler und Thaler Architekten aus Wien 2021 den Marquartsteiner Gemeinderat beim ausgelobten Wettbewerb überzeugt hatten. Die Wettbewerbsanforderungen indes fußten auf zwei fundierten Erkenntnissen: Einem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) und einer städtebaulichen Feinuntersuchung aus dem Jahr 2019.

Zentrum soll
belebt werden

Marquartsteins bisher weitestgehend fehlende Ortsmitte sollte demnach durch eine Konzentration verschiedener Nutzungen zwischen Pfarrkirche und der alten Achenbrücke gestärkt und im Plangebiet neu geschaffen werden. Eine große Herausforderung bei der Neugestaltung des Ortszentrums liegt laut Feinuntersuchung darin, ein gesundes und langfristig tragfähiges Verhältnis zwischen Geschäften und ansprechenden Wohnungen zu finden und gleichzeitig durch Einrichtungen wie Bücherei, Kindergarten, Pfarramt, Bürgerhaus oder Veranstaltungssaal für eine Belebung zu sorgen.fem

Artikel 1 von 11