Die Gemeinde Feldkirchen-Westerham wurde mit dem Projekt „Transformation im Herzen“ zum Kandidaten für die Internationale Bauausstellung Metropolregion München ausgewählt.
Mit dem Tag der IBA 2025 im Dezember setzte die Internationale Bauausstellung Metropolregion München (IBA-M) ein starkes Zeichen für Kooperation und gemeinsames Gestalten. Unter dem Motto „IBA Miteinand“ kamen knapp 500 Personen zusammen, um die Mobilität der Zukunft gemeinsam weiterzudenken.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Zusammenarbeit über Sektoren und Verwaltungsebenen hinweg gelingen kann – und warum sie für die Transformation der Mobilität in der Region entscheidend ist.
Ausblick und
nächste Schritte
Die Veranstaltung markiert den Auftakt einer neuen Phase: Die vorgestellten 16 Projektkandidaten bilden die Grundlage für die Entwicklung konkreter Mobilitätslösungen und innovative Lebensräume in der Metropolregion. Sie zeigen beispielhaft, wie Kooperation und Vernetzung zu greifbaren Projekten führen, die die Region nachhaltig verändern.
Die Projektkandidaten werden nun entlang der IBA-M-Exzellenkriterien qualifiziert, vertieft und gemeinsam mit Partnerkommunen, Forschungseinrichtungen und Praxisakteuren weiterentwickelt. Ziel ist es, wegweisende Beispiele für eine zukunftsfähige, integrierte Mobilitätskultur sichtbar zu machen und langfristig umzusetzen. Die Auswahl der Projektkandidaten verdeutlicht die Vielfalt, Innovationskraft und regionale Relevanz der Ideen, die die IBA-M in den nächsten Jahren fördern wird.
In vielen Städten und Gemeinden prägen breite, auf den Autoverkehr ausgerichtete Durchfahrtsstraßen das Zentrum. Doch dort, wo Menschen leben, einkaufen und sich begegnen, braucht es mehr als Asphalt. Das Projekt will diese Straßen neu denken – als lebendige, grüne und sichere Räume für alle, die zum Verweilen, Begegnen und Bewegen einladen, damit Orts- und Stadtmitten auch künftig lebenswert sind.
Das Projekt „Transformation im Herzen“ zielt auf einen Kulturwandel in der Planung: Statt Durchfahrtsstraßen nur nach verkehrlichen Vorgaben zu gestalten, sollen städtebauliche Aspekte die Bedeutung der Orts- und Stadtmitten stärken und die Lebensqualität erhöhen. Viele Durchgangsstraßen sind Bundes-, Staats- oder Kreisstraßen und werden von den zuständigen Behörden häufig ohne Rücksicht auf kommunale Bedürfnisse gestaltet.
Das Projekt will Kommunen mehr Mitspracherecht in der Gestaltung der Räume rund um die Durchfahrtsstraßen geben und Ansprüche städtebauliche priorisieren – ohne Abstriche bei der Verkehrssicherheit.
Neue Lebensräume
in der Mitte
In einem ko-kreativen Prozess werden Herausforderungen und Lösungen erarbeitet, die in den zwei Kommunen Feldkirchen-Westerham und Markt Holzkirchen beispielhaft umgesetzt werden und als Basis für ein modulares Baukastensystem dienen. Die Bausteine sollen weiteren Kommunen helfen, Projekte entlang von Durchfahrtsstraßen umzusetzen, damit funktional genutzte Verkehrsachsen wieder zu lebenswerten, attraktiven Stadt- und Ortsmitten werden – als Herzen und Impulsgeber des öffentlichen Lebens.
Johannes Zistl, Erster Bürgermeister von Feldkirchen-Westerham, sagt dazu: „Die Auswahl unserer Idee der ’Transformation im Herzen‘ also der Weiterentwicklung der Staatsstraße zur echten Dorfmitte, hat das Kuratorium überzeugt, auch da es diesen Weg bisher nicht gibt.
Die IBA-M mit ihren Projektpartnern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft ermöglicht uns nun neue Wege und die Erarbeitung innovativer Lösungsvorschläge. Lösungen die es bisher so noch nirgends gibt, denn manchmal ist es eben nicht ‚nur‘ eine Umgehungsstraße, mehrere Überwege oder ein Tunnel.“ kl