von Redaktion

Nach einem Todesfall läuft das Leben für alle anderen scheinbar weiter – nur für die Trauernden nicht. Besonders schwierig ist es, wenn man berufstätig ist, denn dann kann man nicht nur nach dem eigenen Tempo gehen, sondern muss sich anderen anpassen. Viele Betroffene stehen schnell vor den selben Fragen: Wie lange darf ich zuhause bleiben? Muss ich im Büro darüber sprechen? Wie reagieren Kollegen? Trauer am Arbeitsplatz braucht Raum und Struktur.

Trauer hat Auswirkungen auf den Körper: Sie kann Konzentration und Schlaf stören, erschöpfen, Reizbarkeit auslösen oder eine innere Leere hinterlassen.

Wenn Trauer auf den
Arbeitsalltag trifft

Im Job zeigt sich das oft ganz praktisch, indem man denselben Satz dreimal liest, Termine vergisst, schneller überfordert ist – oder auf Autopilot funktioniert und erst später in ein Loch fällt. Beides ist normal.

Viele unterschätzen auch den „zweiten Schmerz“: Nach Beerdigung und Formalitäten wird es still, gleichzeitig wird im Büro wieder Routine erwartet. Umso wichtiger ist ein kleiner Plan: Was muss ich diese Woche wirklich leisten? Welche Aufgaben kann ich abgeben? Welche Gespräche will ich führen – oder eben nicht? Es gibt in Deutschland keinen expliziten gesetzlichen Anspruch auf eine bestimmte Anzahl von Tagen Sonderurlaub bei einem Trauerfall. Aber: § 616 BGB ermöglicht eine bezahlte Freistellung für ein bis zwei Tage bei nahen Angehörigen (Ehepartner, Eltern, Kinder). Oft regeln Arbeits- oder Tarifverträge den Anspruch konkreter. Diese Regelung kann im Arbeitsvertrag also auch ausgeschlossen oder eingeschränkt sein.

Freistellung, Sonderurlaub,
Krankschreibung

Im öffentlichen Dienst sind die Ansprüche oft klarer geregelt: Beim Tod von Ehe- oder Lebenspartner, Kind oder Elternteil sind in vielen Regelwerken zwei Arbeitstage Arbeitsbefreiung vorgesehen. Und wenn man schlicht nicht arbeitsfähig ist?

Trauer an sich ist keine Diagnose, aber die psychischen und körperlichen Folgen können so stark sein, dass ein Arzt eine Arbeitsunfähigkeit feststellt. Und das ist kein „Trick“ oder Schlupfloch, sondern medizinisch begründet.

Praktische Tipps:

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