Makler sprechen gerne von der Lage als zentralem Wertbestimmungsfaktor für Immobilien. Besonders in Großstädten gelten die Nähe zum Zentrum und die angrenzende Infrastruktur als wichtige Preiskriterien. Der Faktor der Kriminalität im direkten Wohnumfeld spielt dagegen nicht immer eine entscheidende Rolle – das zeigt eine Analyse der Immobilienplattform „Immowelt“.
Hohe Preise trotz
hoher Kriminalität
So zählen einige der teuersten Städte keineswegs zu den sichersten. Für die Auswertung wurden die aktuellen Angebotspreise von Bestandswohnungen mit den Gewaltdelikten pro 100.000 Einwohner (Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik für 2024) verglichen. Frankfurt am Main etwa verzeichnet mit 656 Gewaltdelikten pro 100.000 Einwohner die höchste Gewaltkriminalitätsrate unter den deutschen Großstädten – und ist gleichzeitig die drittteuerste: 5.679 Euro kostet der Quadratmeter hier im Schnitt. In Hamburg ist der Wohnungskauf mit 5.930 Euro pro Quadratmeter noch kostspieliger – mit 485 Gewaltdelikten pro 100.000 Einwohner ebenfalls unter den Top 10 der Kriminalitätshochburgen. Auch Berlin (4.836 Euro pro Quadratmeter, 556 Fälle) und Köln (4.985 Euro pro Quadratmeter, 566 Fälle) kombinieren hohe Kriminalitätswerte mit teuren Immobilienpreisen.
Dies sind allerdings Metropolen, die wegen ihrer Attraktivität einen etwas niedrigeren Sicherheitsstandard bereits eingepreist haben: Mehr Einwohner, belebtere öffentliche Räume und eine größere Anziehungskraft auf Besucher sorgen dort traditionell für ein höheres Fallaufkommen. In anderen Großstädten abseits der „Big 7“ schlägt sich eine hohe Kriminalität dagegen durchaus auf niedrigere Preise nieder. So zählt etwa Bremerhaven mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von nur 1.800 Euro zu den fünf günstigsten Großstädten Deutschlands, weist aber die zweithöchste Rate bei der Gewaltkriminalität (632 Delikte) auf. In Dortmund stehen Bestandswohnungen bei günstigen 2.605 Euro – bei der dritthöchsten Kriminalitätsrate bundesweit.
Wer Sicherheit bevorzugt und dennoch in einer Metropole leben will, für den empfiehlt sich München. Die Stadt verzeichnet mit 307 Fällen deutlich weniger Gewaltkriminalität als die anderen „Big 7“.
Allerdings sind hier die Quadratmeterpreise mit durchschnittlich 8.289 Euro mit Abstand die höchsten. C. Kastenbauer