Wichtige Weichenstellungen

von Redaktion

Kolbermoor kennt den Wechsel aus „Planungs- und Baujahren“. 2025 war eher ein Jahr, in dem Weichen gestellt und Projekte auf den Weg gebracht wurden – auch wenn in der Stadt dennoch sichtbar gearbeitet und fertiggestellt wurde.

Die großen Linien der Stadtentwicklung zeigen sich derzeit besonders im Nordosten. Die Quartiersplanung geht in die nächste Runde und soll neue Möglichkeiten eröffnen – etwa bei Grün- und Mobilitätsstrukturen oder bei der Regenrückhaltung in der Fläche. Im Raum steht dabei ein Umfang, der Kolbermoor langfristig prägen würde: je nach Variante mehrere hundert neue Wohnungen. Genau daran entzündet sich Widerstand – und daraus ist ein Bürgerentscheid geworden. Am 19. April entscheiden die Kolbermoorerinnen und Kolbermoorer über die Zukunft der Bauleitplanung im Nordosten.

Personeller
Wechsel

Auch personell steht ein Einschnitt bevor: Bürgermeister Peter Kloo tritt nicht mehr zur Wahl an. Zum 1. Mai 2026 endet seine Amtszeit. Nach 24 Jahren im Amt betont Peter Kloo: Kolbermoor habe in den vergangenen Jahren viele Chancen genutzt, sich finanziell solide aufgestellt und den Strukturwandel weg von früherer Monostruktur hin zu einem breiteren Branchenmix begleitet. Gleichzeitig benennt er Zielkonflikte, die in Kolbermoor besonders spürbar sind: Dichte, Verkehrsraum, bezahlbarer und bedarfsgerechter Wohnraum – und die Frage, welche Flächen Aufenthalts- und Lebensqualität schaffen und welche vor allem dem ruhenden Verkehr dienen.

Zentral bleibt dabei: Mobilität, Wohnen und Infrastruktur zusammen zu denken. Der Blick geht dabei auch über die Stadtgrenzen hinaus: Tarif- und Angebotsfragen im ÖPNV sind oft regional, Lösungen brauchen Abstimmung über Gemeindegrenzen hinweg. Ein erster Schritt war der Beitritt in den Tarifverbund des MVV. Für die Zukunft gilt es, Angebote und Zuständigkeiten weiter aufeinander abzustimmen – eine Aufgabe, die mehrere Gemeinden und Aufgabenträger gemeinsam betrifft.

Fahrräder, Parken und Wohnraum

Für 2026 steht Konkretes im Kalender: Am Bahnhof sind zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten vorgesehen. Im Frühsommer soll mit dem Bau begonnen werden; die Fertigstellung ist bis zum Herbst geplant. Vorgesehen ist eine überdachte Anlage für 220 Fahrräder und neun Lastenräder – mit platzsparenden Doppelstockparkern sowie Schließfächern und Reparaturstation. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für ein Parkhaus in Holzbauweise mit acht Halbebenen und 236 Stellplätzen. Geplant sind zudem rund 80 E-Stellplätze mit Ladeinfrastruktur.

Bei einem Wohnbauprojekt mit 22 Wohneinheiten an der Unteren Mangfallstraße wartet die Stadt auf den Förderbescheid. Außerdem werden Planungen für einen neuen Wertstoffhof sowie zwei große Sanierungsthemen diskutiert: die Schwimmbadsanierung und die Sanierung des Mareissaals. Gerade beim Mareissaal muss in alle Richtungen gedacht werden – damit sich der Wunschkatalog am Ende mit den finanziellen Möglichkeiten in Einklang bringen lässt.

Kommunale
Wärmeplanung

Zudem sind kommunale Wärmeplanung und Nahwärme Aufgaben, die häufig nur gemeinsam mit Nachbarn sinnvoll umzusetzen sind. Bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung stellte die Stadt am 4. Februar 2026 den Schlussbericht der kommunalen Wärmeplanung Kolbermoor im Rathaus vor. Ganz am Anfang steht Kolbermoor dabei nicht: In der Stadt gibt es bereits mehrere Wärmenetze. Als größtes gilt „Kolbermoor Mitte“. Es wird aus einer Heizzentrale im Umfeld der Pauline-Thoma-Mittelschule gespeist; Leitungen wurden unter anderem im Bereich der Conradty-Straße mitverlegt. Daneben bestehen weitere Teilnetze – etwa am Glasberg sowie im Umfeld des Textilservice Stangelmayer, über den auch das Rathaus mit Wärme versorgt wird. Offen bleibt, wie stark die Wärmeversorgung künftig vernetzt werden kann, innerhalb der Stadt und darüber hinaus. frt

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