Dass Wohnraum in Deutschland immer knapper wird und dies sich gerade in Metropolen zu einem echten sozialen Problem auswächst, ist bekannt. Weniger bekannt sind allerdings die weitreichenden Folgen, die dieser Missstand nach sich zieht. Und: Die Verlierer dieser ernsten Entwicklung sind nicht nur die Jungen und Familien – gerade die Älteren sind immer mehr von drohendem Wohnungsverlust betroffen.
Laut einer neuen Studie fehlt es aktuell hierzulande an 1,4 Millionen Wohnungen. Besonders für jüngere und ältere Menschen wird bezahlbares Wohnen zunehmend schwierig, wie aus dem „Sozialen Wohn-Monitor“ des Pestel-Instituts hervorgeht.
Die Problematik hat auch wirtschaftliche Folgen. „Ausbildungsverträge kommen nicht zustande, weil Jugendliche keine Wohnung finden“, sagte Studienleiter Matthias Günther. Und das in einer Zeit, in der Unternehmen händeringend nach Fachkräftenachwuchs suchen.
Doch auch die Älteren geraten immer mehr in den Fokus der Krise. Laut Studie trifft es hier vor allem die Generation der Babyboomer: Sie würden in den kommenden Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden, viele allerdings nur mit einer kleinen Rente, von der sie sich die bisherige Wohnung nicht mehr leisten könnten. Dies mache mitunter erzwungene Umzüge notwendig und sei nichts anderes als die „Stadtvertreibung Älterer“ durch Wohnungsnot, heißt es. Dieses Phänomen sei weit über Hamburg und München hinaus verbreitet und werde immer häufiger zum Problem von Seniorenhaushalten.
Der Staat allein wird es allerdings nicht richten können – in den kommenden Jahren dürften Sozialausgaben aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Lage eher gekürzt werden. Für das Alter könnte deshalb in Zukunft der frühzeitige Erwerb von Wohneigentum an Bedeutung gewinnen. „Die Vorteile des selbstgenutzten Wohneigentums in der Altersvorsorge sind x-fach durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt“, unterstreicht Axel Guthmann, Verbandsdirektor der Landesbausparkassen. „Die erwiesenermaßen geringeren Wohnkosten sind im Alter bares Geld wert.“ Christoph Kastenbauer