Suzuki steigt in den Markt für Elektroautos ein. Wir konnten den neuen e Vitara auf der Straße und im Gelände testen. Für den Elektro-Auftakt hat sich Suzuki mit Toyota verbündet. Gebaut wird der e Vitara gemeinsam mit dem Toyota Urban Cruiser im Suzuki-Werk Gujarat (Indien).
Das Auto ist im B-Segment (Kleinwagen) angesiedelt, was man ihm zunächst nicht ansieht. Es ist aber kein Platzwunder. Auf den verschiebbaren Rücksitzen geht’s eher beengt zu, der Kofferraum ist mit 238 bis 1.052 Litern (bei umgeklappten Rücksitzen) nicht üppig. Wer allein oder zu zweit unterwegs ist, wird damit kein Problem haben – wenn er es bei längeren Fahrten nicht zu eilig hat. Denn das Schnellladen (10 bis 80 Prozent) dauert rund 45 Minuten. Abgesehen davon gibt es wenig Anlass für Kritik.
Das Einstiegsmodell „Club“ hat 144 PS und sprintet in unter 10 Sekunden von null auf 100. Mehr als ausreichend. Wem die kleine Batterie (49 kWh, 344 Kilometer Reichweite) ausreicht, bekommt schon für 29.990 Euro ein überdurchschnittlich ausgestattetes Auto. Für 426 Kilometer Reichweite muss man zu den Varianten Comfort (36.490 Euro) oder Comfort+ (40.490 Euro) greifen. Neben der Batterie mit 61 kWh gibt es einen Leistungszuwachs von 30 PS und mehr Komfortausstattung. Und natürlich gibt es beide Varianten auch als Allrad-Version Allgrip. Die kostet 3.000 bzw. 2.500 Euro (Comfort+) Aufpreis und bringt noch 31 Kilometer an Reichweite.
Lohnt sich das? Bereits der Fronttriebler ist dank hoher Bodenfreiheit auf unbefestigten Wegen gut unterwegs. Der Allrad-getriebene e Vitara macht auch in leichtem und mittelschwerem Gelände eine gute Figur. Auf dem Testparcours verdichtete sich der Eindruck, dass er dabei seine Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft hat. Trailmodus und Bergabfahrhilfe sind über die Mittelkonsole jederzeit aktivierbar.
Und auf der Straße? Auf kurvenreichen Strecken mit feuchtem Asphalt im winterlichen niedersächsischen Bergland mussten elektronische Helfer nie eingreifen. Das Fahrzeug hielt die Spur. Das spricht für den Allradantrieb.
Was uns noch gut gefiel: Die serienmäßige batterieschonende Wärmepumpe auch in der Basisversion. Was könnte man besser machen? Mehr Funktionen sollten während der Fahrt bequem über Tasten aktivierbar sein.Insgesamt: ein geglückter Start ins Elektrozeitalter. MARTIN PREM