Großes Einsparpotenzial bei Pflanzenschutzmitteln

von Redaktion

LfL-Projekt zeigt: Bis zu 50 Prozent weniger sind drin

Der Druck, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel (csPSM) zu reduzieren, ist hoch – politisch wie gesellschaftlich. Gleichzeitig bleibt Pflanzenschutz ein Sicherheitsnetz gegenüber Wetter und Krankheiten. Erste Ergebnisse aus einem Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) deuten nun an, dass beides zusammengehen kann: weniger Mittel bei stabiler Leistung.

Netzwerk: Versuche unter
Realbedingungen

Seit März 2025 arbeitet die LfL mit einem Netzwerk aus zehn Ackerbaubetrieben aus allen bayerischen Regierungsbezirken. Das Ziel: csPSM so zu optimieren, dass Einsparungen möglich werden, ohne Ertrag, Qualität und Wirtschaftlichkeit zu gefährden. Dazu laufen sogenannte Case-Control-Versuche: eine Variante nach betriebsüblicher Intensität, eine Variante mit größtmöglicher Reduktion – fachlich begleitet.

50 Prozent Einsparung –
vereinzelt mehr

Bei Winterweizen, Sommergerste und Mais wurden Einsparungen von bis zu 50 Prozent erreicht. In Einzelfällen konnte nach Beratung sogar auf eine abschließende Fungizidmaßnahme verzichtet werden.

Beim Mais lag der Hebel vor allem bei der Unkrautkontrolle: Durch die Kombination aus Bandapplikation und mechanischer Regulierung mit Hacktechnik wurde der Behandlungsindex über die Kulturphase um 55 Prozent reduziert.

Entscheidend aus Sicht der Praxis: Auf den Versuchsflächen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede bei Ertrag oder Qualitätsparametern zwischen reduzierter und ortsüblicher Variante. Auch die wirtschaftliche Bewertung blieb vergleichbar.

Die Untersuchungen sollen künftig auf zusätzliche Maßnahmen, gesamte Kulturdauer und weitere Ackerbaukulturen ausgeweitet werden. Das Projekt läuft bis Ende 2028 und soll Handlungsempfehlungen liefern. Die beteiligten Betriebe dienen als Demo-Flächen für Wissenstransfer.

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