Gülle als Zusatzeinkommen

von Redaktion

Kleine Milchviehbetriebe erzeugen Strom und Wärme – und profitieren

Wenn die Energiepreise schwanken, rückt ein täglich produzierter Rohstoff stärker in den Fokus: Rindergülle. In kleinen Biogasanlagen wird sie im Fermenter vergoren, das entstehende Biogas treibt ein Blockheizkraftwerk an. Der Strom kann im Betrieb selbst genutzt oder eingespeist werden, die Abwärme hilft beim Heizen oder für Warmwasser.

Das System kann auch Klimavorteile bringen, weil bei der Vergärung die Methanemissionen aus der Lagerung deutlich sinken.

Das Mini-Format gerade
bei Milchvieh geeignet

Klassische Biogasanlagen sind groß und teuer. Für kleine Milchviehbetriebe sind hohe Investitionen oft die Hürde. Hier setzen Mini-Konzepte an: Verschiedene Unternehmen entwickeln standardisierte, kostengünstigere Kleinstanlagen mit 30 bis 50 kW für Betriebe mit einem Tierbestand ab ca. 170 Großvieheinheiten, die stärker auf Automatisierung setzen.

Der Fokus liegt auf dem Eigenverbrauch: Strom für Melktechnik, Kühlung etc. plus Wärmenutzung. Für Güllekleinanlagen gibt es im EEG eine eigene Vergütungsklasse: Der anzulegende Wert liegt bis 75 Kilowatt Bemessungsleistung bei 22 Cent pro Kilowattstunde, bis 150 bei 19 Cent. Voraussetzung: ein hoher Gülleanteil (80 Prozent und mehr). Seit 1. Juli 2024 ist zudem eine jährliche Degression von 0,5 Prozent vorgesehen.

Nebenbei Klimaeffekt und
ein aufgewerteter Dünger

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit bleibt die Kombination: Wenn ein großer Teil des Stroms im Betrieb bleibt und die Wärme genutzt wird, verbessert das die Rechnung deutlich.

Güllevergärung hat einen doppelten Klimanutzen: Sie kann Methanemissionen deutlich reduzieren (bis zu 90 Prozent) und fossile Energiequellen ersetzen.

Ein großer Teil der anfallenden Gülle wird bislang noch nicht vergoren. Mini-Anlagen sollen helfen, diese Lücke zu schließen.

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