Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen Stämme des Tomato-Spotted-Wilt-Virus (TSWV), die sowohl bei Tomaten- als auch bei Paprikapflanzen Resistenzen überwinden. Der Wechselanbau beider Kulturen wäre also keine sichere Strategie mehr gegen das Virus.
Ein neues Szenario in der Landwirtschaft
TSWV ist eines der gefährlichsten Pflanzenviren überhaupt, da es weltweit eine Vielzahl von Zier- und Gemüsepflanzen befällt. Infektionen ganzer Felder können zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten führen. Traditionell gilt eine Kombination aus dem Anbau resistenter Sorten und der Bekämpfung der virus-übertragenden Insekten als effektivste Gegenstrategie. Aber: „Unsere Forschung zeigt, dass Stämme existieren, die in der Lage sind, die Resistenz zu überwinden“, sagt Dr. Paolo Margaria, Leiter der Arbeitsgruppe Discovery and Diversity am Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen.
Die neuen Ergebnisse zeigen, dass bestimmte agronomische Praktiken – wie der Wechselanbau resistenter Sorten – die Verbreitung aggressiverer Virusvarianten eher begünstigen.
Der Expertenrat: ein systematisches Screening nach „doppelt-resistenzbrechenden“ Stämmen überall dort, wo beide Kulturen in unmittelbarer Nähe wachsen. Überwachung und angepasste Managementansätze sind entscheidend, um Risiko und Ausbreitung der neuen Virusvarianten zu
reduzieren.