Nicole Schaller (links) von detail Werbeagentur & Fotografie schoss professionelle Bewerbungsbilder.
Bernd Stawiarski, Geschäftsführung OVB GmbH & Co. KG mit (von links) Andrea Schaller, Geschäftsführung OVB MEDIA Sales GmbH und den Projektmanagerinnen Luisa Simon und Stephanie Brösamle. Foto görlitz
Rosenheim – Das Kino als Ort der Berufsorientierung: Was im vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde, hat sich nun endgültig bewährt. Bei der zweiten OVB Azubimesse im Kinopolis Rosenheim informierten sich am vergangenen Freitagvormittag neun Schulen mit rund 650 Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften über Ausbildungsberufe, Karrierewege und Einstiegsmöglichkeiten bei 25 regionalen Unternehmen.
Viele Gespräche, viele
Einblicke, kurze Wege
Schon beim Betreten des Kinos wurde deutlich, dass es an diesem Vormittag nicht um Filmvorführungen ging, sondern um die Frage, wie es nach der Schule weitergehen kann. Im Foyer und in den angrenzenden Bereichen kamen Jugendliche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen ins Gespräch, stellten Fragen und verschafften sich einen direkten Eindruck von möglichen Arbeitgebern in der Region.
Vertreten war ein breiter Mix aus Handwerk, Einzelhandel, Industrie und Dienstleistungsberufen. Besonders wertvoll war für viele Besucher, dass nicht nur Ausbilder vor Ort waren, sondern auch Azubis aus den Betrieben selbst. Sie berichteten aus ihrem Arbeitsalltag, sprachen über ihre Erfahrungen im Unternehmen und konnten viele Fragen deutlich konkreter beantworten, als es etwa Broschüren oder Webseiten leisten könnten.
Eine Schülerin der Mittelschule am Luitpoldpark Rosenheim brachte den Nutzen der Messe auf den Punkt: Es sei „cool, mit so vielen Firmen auf einmal sprechen zu können“.
Ein besonderer Programmpunkt waren erneut die Unternehmensvorträge im Kinosaal. Sechs Firmen nutzten die große Leinwand, um ihre Ausbildungsangebote vorzustellen und Einblicke in verschiedene Berufsbilder zu geben. Gerade dieser Rahmen verlieh den Präsentationen eine besondere Wirkung: Statt Werbung oder Spielfilm standen hier berufliche Chancen und konkrete Zukunftswege im Mittelpunkt.
Ergänzt wurde das Angebot durch Fotografin Nicole Schaller, die Bewerbungsfotos für die Jugendlichen machte. Für viele ein praktischer Baustein an einem Vormittag, der nicht nur informieren, sondern möglichst konkret weiterhelfen sollte.
Die Entscheidung für einen Ausbildungsberuf fällt vielen Jugendlichen nicht leicht. Die Auswahl ist groß, gleichzeitig fehlt oft der Überblick, welche Tätigkeit wirklich zu den eigenen Interessen und Stärken passt. Genau an dieser Stelle setzt die OVB Azubimesse an: Sie schafft Begegnungen, die ohne großen Druck stattfinden, aber trotzdem echte Orientierung geben.
Zugleich wird der direkte Kontakt für Unternehmen immer bedeutender. In Zeiten von Fachkräftemangel und unbesetzten Ausbildungsstellen reicht es oft nicht mehr aus, Stellenanzeigen zu veröffentlichen. Wer Nachwuchs gewinnen will, muss sichtbar sein, Gespräche anbieten und Berufe verständlich erklären.
Positive Bilanz nach der
zweiten Auflage
Dass die Messe dafür gute Bedingungen bietet, zeigte auch die Rückmeldung einer Firmenvertreterin. Sie sprach von „einer der am besten organisierten Messen überhaupt“ und erklärte, dass sich das Unternehmen auch deshalb entschieden habe, nach dem Vorjahr erneut teilzunehmen.
Auch Kinopolis-Betriebsleiterin Janet Breucker zog ein positives Fazit: „Professionell und gut eingespielt – so kann man die zweite OVB Azubimesse im Kinopolis Rosenheim bezeichnen“, sagte sie. „Auch im zweiten Durchgang waren wir wieder voll des Lobes. Einfach eine gelungene Veranstaltung für Rosenheim und die Region.“ Besonders auffällig sei gewesen, wie reibungslos der Ablauf funktioniert habe. Mit Blick auf die Fortsetzung ergänzte sie: „Da es nun die zweite Ausgabe der OVB Azubimesse war, kann man ja schon von ,Tradition‘ sprechen. Wir freuen uns auf eine Neuauflage in 2027.“
Die zweite OVB Azubimesse hat wieder gezeigt, dass Berufsorientierung nicht steif und distanziert ablaufen muss. Im Gegenteil: Zwischen Popcorn-Theke, Messestand und Kinosaal wurde für viele der erste Schritt in Richtung Berufsleben ein Stück weit konkreter. vg