Saftlos im Urlaub: Welcher Stecker passt wo?

von Redaktion

Andere Länder, andere Steckdosen. In vielen Ländern müssen Urlauber nicht nur an Ladekabel, sondern auch an passende Aufsätze denken. Und: Man sollte nicht alles anstöpseln.

Es ist ein vertrauter Anblick: Aus den heimischen Steckdosen schauen einem zwei kleine runde Augen entgegen. Doch in vielen anderen Ländern haben die Dosen ein ganz anderes Antlitz: In den USA sind es zwei längliche Schlitze, oft noch mit einem halbrunden Schutzkontakt, der die Dose wie ein erstauntes Gesicht wirken lässt, während die drei Dosenschlitze in Australien einen besorgten Ausdruck zu haben scheinen. Was diese Dosen mit vielen anderen auf der Welt gemeinsam haben: Das heimische Ladegerät fürs Smartphone passt dort nicht. Es braucht einen Adapter. Doch die Nutzung dieser Zwischenstecker ist längst nicht immer ohne Tücken.

• Wo braucht man einen Adapter?

In Deutschland gibt es vor allem zwei Arten von Steckern: rundliche Konturen-Stecker, oft mit Schutzkontakt, die auch als „Schuko-Stecker“ bezeichnet werden, und flache Eurostecker. Letztgenannte sind bei Geräten mit geringerer Leistung im Einsatz, Smartphones zum Beispiel, häufig auch Laptops. Schuko-Stecker, auch als Typ F bezeichnet, sind vor allem in weiten Teilen Europas verbreitet, der Eurostecker (auch: Typ C) ist noch flexibler und passt in mehr Steckdosen, auch außerhalb des Kontinents.

Weltweit gibt es laut der International Electronical Organisation (IEC) 15 unterschiedliche Steckertypen, von Typ A bis Typ O. Wo welche Stecker verbreitet sind, welche Stecker in welche Dosen passen und wie hoch die Netzspannung und Netzfrequenz im Land ist, listet die Organisation auf www.iec.ch/world-plugs übersichtlich auf. Dort kann man auf einer Weltkarte ein Land anklicken und erhält Informationen.

• Welche Adaptertypen gibt es?

Wer nach Reisesteckern sucht, findet Adapter in allen Facetten: als Einzelstecker für nur wenige Euro, bei denen der Aufsatz für einen ganz bestimmten Steckdosentyp gedacht ist, oder im Paket mit mehreren Aufsätzen für verschiedene Länder. Dann gibt es die Multistecker als „All-in-one“-Lösung, die optisch wie ein großer Würfel daherkommen: Über Schieber lassen sich hier nach Bedarf die benötigten Kontaktstifte aus- und einfahren.

• Kann ich einfach einen Adapter aufsetzen und anstecken?

Das kommt darauf an. Es müssen nicht nur die Stecker passen – auch Spannung und Netzfrequenz spielen eine Rolle. In vielen Ländern der Welt ist die Spannung gleich oder nahezu gleich wie in Europa, wo der Strom mit 230 Volt aus der Steckdose fließt.

Doch in den USA oder Kanada etwa liegt die Netzspannung bei 120 Volt. Auch die Netzfrequenz ist dort mit 60 Hertz eine andere als bei uns mit 50 Hertz. Ob etwa das Smartphone in diesem Fall dennoch lädt, hängt davon ab, ob das Netzteil in der Lage ist, die anliegende Spannung und Frequenz zu erkennen – das können einige, aber nicht alle Netzteile. Ein Blick auf das Netzteil kann Aufschluss geben: Dort steht dann etwa „Input 100-240V – 50/60 Hz“. „Bei Geräten, die ohne Netzteil im Ausland betrieben werden sollen, gilt es grundsätzlich erst einmal sicherzustellen, dass diese mit der Netzspannung im Ausland kompatibel sind“, erklärt Hendrik Schäfer vom Elektronik-Verband VDE. So könnten etwa Rasierapparate häufig mittels eines Schalters auf den 110 Volt Betrieb umgestellt werden. Bei Haartrocknern sei das meist nicht möglich – darum könnte der Betrieb unter Umständen das Gerät beschädigen.

• Warum kann falsche Spannung ein Gerät beschädigen?

Ist die Netzspannung zu hoch, drohen Überhitzung und Kurzschlüsse. „Salopp gesagt: Im Zweifel lieber weniger Strom als zu viel“, sagt Schäfer. „Grundsätzlich sollte man in der Bedienungsanleitung schauen, für welche Spannungen und Frequenzen und damit für welche ausländischen Netze sie kompatibel sind. Und für welche nicht“, rät Schäfer. Oft finden sich diese Angaben am Typenschild des Gerätes. Tom Nebe/dpa

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