Ist das Bad oder die Küche der größte Schimmel-Hotspot? Von wegen: Dort, wo am meisten Feuchtigkeit verdampft und in vielen Fällen auf die beste Umgebung für rasche Schimmelbildung stößt, ist das Schlafzimmer.
Pro Nacht verlieren Menschen im Durchschnitt mindestens einen Liter Schweiß. Nach zehn Jahren und 30.000 Stunden Schlaf hat die Matratze demzufolge etwa 1.800 Liter Feuchtigkeit aufgesogen. Was erst einmal motivieren kann, nach ein paar Jahren die Matratze zu wechseln, ist natürlich auch ein Indikator für die Schimmelgefahr an den Wänden des Schlafzimmers.
Denn der Mensch dampft – unbewusst, da schlafend – Feuchtigkeit aus, die meist auf eine kühle Raumluft trifft. Eben diese Kühle zwischen 15 und 18 Grad Celsius ist für den Schlafenden während der Nachtruhe gesund, allerdings erhöht sie zugleich die Schimmelgefahr. Denn kühler Luft mangelt es an Kapazität, Feuchtigkeit zu speichern, weshalb sie an kalten Wänden kondensiert und Schimmelbildung fördert. Ein weit verbreiteter Fehler ist zudem, das Schlafzimmer tagsüber durch die offene Tür mit zu beheizen. Die aus dem Wohnbereich einströmende warme Luft kühlt im Schlafzimmer schlagartig ab und kondensiert an der Wandoberfläche. Um die Schimmelgefahr im Schlafzimmer zu reduzieren, sollten sogenannte Kälteinseln vermieden werden: Kalte Ecken oder Wände, besonders hinter wandhohen Möbeln wie einem Kleiderschrank, bieten ideale Wachstumsbedingungen. Zwischen Schrank und Außenwand sollte deshalb ein Abstand von mindestens fünf Zentimetern für ausreichende Luftzufuhr sorgen. Sonst kann sich in diesen Kälteinseln unbemerkt Feuchtigkeit ansammeln.
Auch mindestens zwei- bis dreimal am Tag zu lüften – und dies mit offenem Fenster und am besten noch per Durchzug – kann das Schimmelrisiko verringern. Ein Tipp ist auch das Verwenden von Naturkalk bei der Wandversiegelung: Dieser Stoff soll dank seiner Kapillaraktivität Feuchtigkeitsspitzen aufnehmen und beim Lüften leichter wieder abgeben. Christoph Kastenbauer