In Zeiten demographischer Umbrüche wird selbstgenutztes Wohneigentum hierzulande immer mehr zu einer tragenden Säule der Altersvorsorge – das konstatiert auch das Institut der Deutschen Wirtschaft: „Eigentümerhaushalte weisen deutlich seltener als Mieter eine Altersvorsorgelücke auf; im Durchschnitt übertreffen sie die für den Ruhestand angesetzten Referenzniveaus für den Konsum sogar.“
Doch rückblickend auf das Jahr 1980 sind die eigenen vier Wände in Deutschland heute bei weitem weniger erschwinglich – „mit spürbaren Folgen für Vermögensbildung, soziale Mobilität und Generationengerechtigkeit“, wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft feststellt: „Besonders junge Haushalte haben heute größere Schwierigkeiten, Wohneigentum zu erwerben.“
Wohneigentum hängt
oft von Eltern ab
So ist Wohneigentum in Deutschland weniger verbreitet als in den meisten EU-Ländern und „hängt immer noch stärker vom Wohneigentumsstatus der Eltern ab“, fasst das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung zusammen: Die Wohneigentumsquote sei in den derzeitigen Geburtskohorten im Nestbau-Alter deutlich geringer als in früheren.
„Hier tut sich eine Lücke auf, die gerade für junge Menschen, die sich für ihren Aufstieg aus eigener Kraft engagieren und kein wohlhabendes Elternhaus im Hintergrund haben, zügig geschlossen werden muss“, so Corinna Merzyn, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Privater Bauherren (VPB).
So habe eine repräsentative Forsa-Umfrage 2025 gezeigt: Gut zwei Drittel (67 Prozent) der zur Miete wohnenden Menschen in Deutschland wünschen sich eine eigene Immobilie. In den Gruppen der 18- bis 29-Jährigen und der 30- bis 44-Jährigen ist der Wunsch nach Wohneigentum besonders groß (82 und 81 Prozent).
„Hier müssen endlich die Weichen gestellt werden, um diese Menschen in ihrer Eigenverantwortlichkeit ernst zu nehmen. Sonst bereitet man den Boden für Frustration und die Protestwahlen von morgen“, warnt Merzyn. Ck/Vpb