Es ist nie zu spät: Wer sein Englisch verbessern möchte, kann dies auch mitten im Arbeitsleben angehen. Wenig Zeit, Lernfrust oder negative Vorerfahrungen? Schluss mit Ausreden. Zwei Coaches erklären, wie es trotzdem klappt.
Schritt 1: Hürden identifizieren
Oftmals lernen Erwachsene nicht mehr so mühelos wie noch in ihrer Jugend, sagt Business-Coachin Ute Gietzen-Wieland. Daneben gibt es noch weitere Hürden: Etwa die Angst vor Fehlern und davor, sich im Fall eines Falles vor anderen lächerlich zu machen. Auch unangenehme frühere Schul- oder Lernerfahrungen können das Selbstvertrauen vermindern. Das führt nicht selten zu Vermeidungsverhalten, Frust oder auch Demotivation. Ebenfalls sehr verbreitet ist die Sprechangst. Wenig sprachliches Selbstvertrauen senkt die Motivation und führt bei vielen dazu, dass sie dann Sprechsituationen meiden. Zeit- und Ressourcenmangel sind eine weitere Hürde. Wer neben beruflichen noch familiäre Verpflichtungen hat, kommt oftmals nicht dazu, die eigenen Englischkenntnisse zu verbessern. Warum es wichtig ist, die Gründe für mangelnde Englischkenntnisse zu kennen? Ganz einfach: Wer weiß, woran es hakt, kann gezielt daran arbeiten.
Schritt 2: Lernziele formulieren
Es gibt online Plattformen mit Selbsttests, über die Lernwillige den Stand der eigenen Englischkenntnisse prüfen können, rät Ute Gietzen-Wieland. „Eine weitere Möglichkeit ist, ganz praktisch im Alltag auszuloten, welches Niveau die eigenen Englischkenntnisse haben“, sagt Karrierecoach Walter Feichtner. Schauen Sie sich Filme in englischer Sprache an, lesen Sie Bücher auf Englisch oder nutzen Sie englischsprachige Hörbücher. Oder nehmen Sie sich Fachliteratur vor und schauen Sie, ob Sie das auf Englisch Geschriebene verstehen. Wer nun Defizite feststellt und sich vornimmt, seine Englischkenntnisse für den Job zu verbessern, sollte für sich konkrete Lernziele formulieren. Das kann etwa sein, sich beim Small Talk vor und nach Meetings sicher zu fühlen oder fehlerlose E-Mails auf Englisch abzufassen.
Schritt 3: Welcher Weg darf’s denn sein?
Wege, Englisch zu lernen, gibt es verschiedene: „Kurse und Workshops in Präsenz oder online haben den Vorteil, dass sie klar strukturiert sind“, sagt Ute Gietzen-Wieland. Zudem gebe es eine systematische Anleitung mit Rückmeldung. Für Kurse zum Thema „Business English“ spreche, dass sie sich an realen Aufgaben in der Berufswelt orientieren. Apps und digital gestützte Tools können dabei helfen, sich Vokabular und Grammatik anzueignen.
Schritt 4: Üben Das Motto heißt:
Üben, üben und nochmals üben. Lernwillige können englischsprachige Rundfunksender hören und das Gehörte nachsprechen. Oder sie sprechen unabhängig davon mit sich selbst Englisch und machen sich auf Englisch Gedanken. Eine weitere Option: Telefonate regelmäßig auf Englisch führen. „Das kann dazu führen, dass Lernende Sicherheit beim Sprechen gewinnen, womit sie dann auch Selbstbewusstsein aufbauen“, so Ute Gietzen-Wieland.
Schritt 5: Unbedingt Fehler machen
Es gehört zum Lernprozess, Fehler zu machen – diesen Grundsatz sollte man verinnerlichen. Feichtner empfiehlt, das Englischsprechen mit Menschen zu üben, die im Hinblick auf Fehler in aller Regel kulant sind – also etwa Freunde oder Angehörige. Sobald Lernwillige sich dann beim Englischsprechen selbstsicherer fühlen, können sie ihre Kenntnisse auch im beruflichen Umfeld anwenden. Tmn