Am 23. April 2026 ist es wieder soweit: Beim bundesweiten Girls‘ Day und Boys‘ Day können Schülerinnen und Schüler in Berufe schnuppern, die sie sonst vielleicht nie auf dem Schirm gehabt hätten. Eine aktuelle Studie zeigt jetzt, wie erfolgreich die Aktionstage sind.
Berufsorientierung
frei von Klischees
Der bundesweite Aktionstag zur klischeefreien Berufsorientierung hat sich als feste Größe im deutschen Bildungskalender etabliert. Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse bis zur 10. Jahrgangsstufe bekommen die Chance, einen Tag lang in Werkstätten, Büros, Laboren oder Redaktionsräumen Arbeitsluft zu schnuppern.
Das Besondere dabei: Mädchen erkunden Berufe, in denen überwiegend Männer arbeiten – etwa in der Informationstechnik oder im Handwerk. Jungen wiederum lernen soziale Berufe kennen, die traditionell eher von Frauen gewählt werden.
Eine umfassende externe Evaluation, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung bei der Prognos AG in Auftrag gegeben haben, liefert beeindruckende Zahlen. 95 Prozent der teilnehmenden Schülerinnen und 89 Prozent der Schüler würden die Aktionstage weiterempfehlen.
Auch für die Unternehmen zahlt sich das Engagement aus: Mehr als 80 Prozent der veranstaltenden Betriebe und Institutionen sind durch den Girls‘ Day und Boys‘ Day bei jungen Menschen bekannter geworden. 57 Prozent von ihnen haben potenzielle Praktikantinnen und Praktikanten gewonnen, 48 Prozent sogar potenzielle Auszubildende. Bundesbildungsministerin Karin Prien betonte die Bedeutung der Aktionstage: Mädchen und Frauen müssen jenseits bestehender Geschlechtervorurteile Zugang zur Gestaltung und Teilhabe im digitalen Raum erlangen.
Passende Angebote in der
Nähe finden
Bayerische Schulen, Unternehmen, Hochschulen, Arbeitsagenturen und Kommunen bieten zahlreiche Schnupperangebote für Jugendliche an. Über den Girls‘ Day Radar und den Boys‘ Day Radar können Interessierte gezielt nach Plätzen in ihrer Umgebung suchen. Die Koordinierungsstelle Boys‘ Day informiert zudem Jungen, Eltern und Lehrkräfte über das Thema Berufs- und Lebensplanung.
Für Lehrkräfte stehen Unterrichtsmaterialien zur Vor- und Nachbereitung bereit. Mit Arbeitsblättern können sich Schülerinnen und Schüler eigenständig mit Themen wie Rollenbildern und Berufsorientierung auseinandersetzen. Checklisten und Merkblätter helfen bei der Organisation des Aktionstags.
Die Ergebnisse der Evaluation sollen nun genutzt werden, um den Girls‘ Day und Boys‘ Day weiterzuentwickeln. Der Fokus liegt dabei auf niedrigschwelligen Informationen, stärkerer Vernetzung und der Zusammenarbeit mit Schulen und Ländern.
Das Ziel: Noch mehr junge Menschen erreichen und die Aktionstage zukunftsfähig gestalten.