Als vor rund zehn Jahren Mercedes seine Elektrostrategie EQ bekannt gab, hatte man sich den Einstieg in die Welt der E-Mobilität sicher leichter vorgestellt. Doch die EQ-Modelle fanden bei den Käufern wenig Gefallen, was hauptsächlich am Design und den hohen Preisen lag. Nun wollen die Stuttgarter neu durchstarten. Entwickelt wurden zwei komplett neue 800-Volt-Elektro-Architekturen, MMA und MB.EA.
Große Erwartungen setzt Mercedes in den neuen GLC, der erste Stromer auf MB.EA-Basis. Vom Mittelklasse-SUV verkauft man in diesem Segment die größten Volumina. Der neue elektrische GLC soll hier nahtlos anknüpfen. Das Auto ist so überzeugend konzipiert und durchdacht, dass selbst letzten E-Mobilitäts-Zweiflern die Argumente ausgehen dürften. Allenfalls an der neuen Designsprache könnten sich die Geister scheiden.
Im 4,89 Meter langen GLC sitzt man hinten fast wie in der Business-Class. In den Kofferraum passen 570 Liter, mit umgeklappten Rücksitzlehnen erweiterbar auf bis zu 1.740 Liter. Der Frunk vorne bietet 128 Liter.
Der (aufpreispflichtige) MBUX-Hyperscreen spannt sich als größter Bildschirm in einem Mercedes überhaupt quer über die gesamte Schalttafel. So hypermodern das Ganze ausschaut, so lässt es sich auch bedienen.
Zum Marktstart hat Mercedes das Topmodell, den GLC 400 4Matic, zu Preisen ab 67.717 Euro am Start. Geliefert werden üppige 489 PS und 800 Newtonmeter an Drehmoment. Geschmeidigkeit des Antriebs, Abrollkomfort, Geräuschniveau, Federung und Lenkung überzeugen. Auf den versprochenen WLTP-Verbrauch von 15,8 kWh/100 Kilometer sind wir auf den portugiesischen Gebirgsstraßen, wo Mercedes den GLC vorstellte, nicht gekommen. Auf dem Display standen 23,1 kWh/100 Kilometer. Damit sind die 673 Kilometer Reichweite Makulatur, der Aktionsradius des Stromer-SUV dürfte sich eher zwischen 400 und 550 Kilometern bewegen. Am DC-Lader ist der 94-kWh-Akku nach 20 Minuten zu 80 Prozent gefüllt. Zehn Minuten an der Säule sollen 305 „frische“ Kilometer in den Akku befördern.
Insgesamt wird es fünf Antriebsoptionen geben, darunter als vorläufiges Einstiegsmodell den GLC 250 mit Heckantrieb und den GLC 300 4Matic. Unterhalb des 250er soll ein GLC 200 geplant sein. M. SPECHT/SP-X