An diesem Nobel-Briten scheiden sich die Geister

von Redaktion

Mit 425 PS Leistung aus dem 5-l-V8-Motor ist der Land Rover Defender ein einmaliger Luxus-Offroader

Der Land Rover Defender 90 P425 dürfte ziemlich einmalig sein. Wo sonst gibt es noch einen V8-Motor mit 425 PS, luxuriöses Interieur und kompromisslose Geländeeigenschaften? Wir haben den Offroader auf solidem Boulevard einem Alltagstest unterzogen.

Lob: Der Land Rover Defender 90 ist mit 4,32 Metern so kurz, dass man meinen könnte, er sei rund um den Motor herum aufgebaut worden. Was logisch klingt: Der Kompressor-Achtzylinder mit fünf Litern Hubraum leistet in diesem Exemplar namensgebende 425 PS. Trotz 2.371 Kilogramm Leergewicht sprintet der Brite in 5,6 Sekunden vom Stand auf 100 km/h und hat als Höchstgeschwindigkeit 209 km/h eingetragen. Viel mehr aber fasziniert uns der Defender mit seiner Souveränität im Stadtverkehr sowie auf Land- und Bundesstraßen, wo man entspannt vorankommt und das Gefühl genießt, von dem fahrbaren Untersatz wie ein britischer Lord chauffiert zu werden. Das Cockpit ist gut gefüllt mit Schaltern und Knöpfen, die über die normalen Funktionen hinausgehen und einen daran erinnern, dass es sich hier um einen lupenreinen Offroader handelt. Dokumentiert auch bei den Fahrprogrammen, denn neben den Straßenmodi Eco und Komfort findet man die Wahlmöglichkeit Gras/Schotter/Schnee, Schlamm/Spurrinnen, Sand, Felsenkriechen sowie Waten. Das alles braucht man für die Fahrt zur Arbeit, den Sonntagsausflug oder den Wochenendeinkauf nicht. Den Kofferraum mit gerade mal 297 Liter Volumen erweitert man durch Umklappen der Rückbank auf 1.263 Liter. Das kann man als Dauerzustand so lassen, denn der Zustieg auf die hinteren Sitze erfordert Gelenkigkeit – sitzt man dann aber, genießt man viel Platz. 740 Kilogramm darf der Land Rover zuladen.

Kosten: Weniger als 13 Liter auf 100 Kilometer schafften wir nie, der 90-Liter-Tank war stets schnell leer. Aber wer 132.338 Euro für dieses Auto ausgibt, dürfte an der Zapfsäule nicht ins Grübeln kommen.

Kritik: Die Verkehrszeichenerkennung arbeitet nicht besonders zuverlässig, was nicht zu einem Modell dieser gehobenen Kategorie passen mag. Und bei Regen tropft beim Öffnen der Türen das Nass auf die Sitze.

Fazit: Trotz viel Luxus und einer Menge Power ist es ein sehr teures Auto. VOLKER PFAU

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