Die Immobilienpreise auf dem bayerischen Wohnungsmarkt erweisen sich weiterhin als stabil – gerade in den Großstädten zeigen sich positive Tendenzen auch nach oben. Das zeigt eine Analyse des Immobilienvereins Deutschland (IVD) Süd. Aber Vorsicht: Die Folgen des Iran-Kriegs könnten die zarten Pflänzchen des Aufschwungs schnell wieder zertrampeln.
Belebung könnte an Schwung verlieren
„Die zuletzt gestiegene Nachfrage nach Wohnimmobilien könnte durch den erneuten Anstieg der Bauzinsen gebremst werden“, erklärt Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts. Ein wesentlicher Faktor hierfür seien die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs, die zu steigenden Energiepreisen und wachsender Inflationserwartung führen. „Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, besteht die Gefahr, dass die gerade erst begonnene Belebung des Wohnimmobilienmarkts wieder an Schwung verliert.“ Noch sind die Auswirkungen der Energiekrise allerdings nicht am bayerischen Wohnungsmarkt angekommen. Für seine Analyse untersuchte das IVD-Marktforschungsinstitut in den bayerischen Großstädten durchschnittliche Kaufpreise für Eigentumswohnungen aus dem Bestand (Baujahr ab 1950) mit einem guten Wohnwert. Und diese zeigen im Frühjahr 2026 insgesamt eine stabile Entwicklung mit moderaten Aufwärtstendenzen.
So sind in den meisten Städten gegenüber Herbst 2025 Preissteigerungen zu verzeichnen. Nur einzelne Märkte verzeichnen weiterhin eine Seitwärtsbewegung oder leichte Rückgänge. Spürbare Zuwächse wurden in Würzburg mit einem Plus von 2,3 Prozent auf 3.630 Euro pro Quadratmeter sowie in Ingolstadt mit einem Zuwachs von 1,1 Prozent auf 3.790 Euro pro Quadratmeter registriert. Auch Augsburg, Fürth und Erlangen verzeichnen leichte preisliche Aufwärtstendenzen.
In Nürnberg blieb das Preisniveau mit 3.300 Euro pro Quadratmeter stabil. Regensburg ist die einzige Stadt, die preislich einen leichten Rückgang um 0,7 Prozent verzeichnete. München bleibt mit Abstand der teuerste Markt und weist einen moderaten Anstieg um 0,6 Prozent auf nunmehr 7.800 Euro pro Quadratmeter auf.
Generell nahm die Nachfrage nach Wohnimmobilien im vergangenen Jahr etwas zu. Der Aufschwung hängt allerdings vor allem an den Finanzierungsbedingungen. Steigen die Bauzinsen infolge des Iran-Kriegs und der damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Verwerfungen wieder, könnte auch der bayerische Wohnimmobilienmarkt erneut unter Druck geraten. Christoph Kastenbauer