Keine nackte Hauswand, sondern bewachsen von Pflanzen: Eine begrünte Fassade sorgt dafür, dass es sich an sonnigen Tagen drinnen nicht so aufheizt. Weitere Vorteile: Das Grün filtert Feinstaub aus der Luft, hellt die Stimmung auf, bietet Vögeln und Insekten Lebensraum und mindert Schall. Darauf weist der Verband Fenster + Fassade (VFF) hin. Allerdings muss so eine Pflanzenfassade auch dauerhaft gepflegt werden.
Wichtig ist etwa ein regelmäßiger Rückschnitt. Je nachdem, wie die Begrünung gestaltet ist, müssen technische Anlagen und Befestigungen kontrolliert und gewartet werden. Umso wichtiger, vorab genau zu planen, in welchem Umfang und auf welche Weise die Fassade begrünt werden soll.
Vom Boden oder
an der Wand
Grundsätzlich gibt es laut dem Verband zwei Formen: Entweder wachsen Kletterpflanzen vom Boden aus an Rankhilfen nach oben, oder es werden Pflanzgefäße direkt an der Fassade befestigt. Für beide Varianten rät der VFF zu einem Fachbetrieb. Auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hält den Rat von Fachleuten für sinnvoll, wenn es über eine Kletterrose oder Clematis auf dem Balkon großflächiger hinausgeht.
So muss die Planung die Zusatzbelastung durch Pflanzen, Wasser oder Wind berücksichtigen. Fenster, Balkone, Sonnenschutzanlagen oder Rettungswege dürfen nicht beeinträchtigt werden und müssen zugänglich bleiben. Die Fassade darf nicht zu dicht bewachsen sein, die Luft muss zirkulieren, Feuchtigkeit sollte nicht an der Wand stehen bleiben. Bei einem aufwändigeren System müssen Be- und Entwässerung stimmen. Wer die Begrünung direkt in den Boden pflanzt, hat laut Nabu die Wahl zwischen Selbstklimmern und Gerüstkletterpflanzen. Efeu und Wilder Wein etwa bewachsen ein Gebäude ohne Rankhilfe. Dagegen brauchen schlingende Pflanzen sowie Spreizklimmer etwas Unterstützung. Was vor allem bei den unvorhersehbar wachsenden Selbstklimmern wichtig ist: Dass man sie durch regelmäßiges Schneiden leitet und nicht überhandnehmen lässt. Auch muss die Fassade intakt sein, sonst können die Pflanzen Bauschäden verursachen. Schlingende Pflanzen müssen in Schach gehalten werden, so der Nabu, damit sie nicht die Regenrinne „erwürgen“.
Nach Förderung
erkundigen
Wer plant, sein Haus von Pflanzen bewachsen zu lassen, sollte nach möglichen Förderungen fragen. Zwar werden Fassadenbegrünungen aktuell im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) nicht als eigenständige Einzelmaßnahme gefördert. Aber manche Kommunen und Bundesländer bieten eine Förderung über entsprechende Programme zur urbanen Begrünung an. Dpa