Während die Photovoltaik (PV) in Deutschland ein starkes Wachstum verzeichnet – bis Ende 2025 waren knapp 4,8 Millionen Anlagen installiert, ein Zuwachs von 17,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr –, gibt ein anderer Bereich der Energiewende Anlass zur Sorge. „Die Modernisierung von veralteten Heizungen befindet sich auf einem zu niedrigen Niveau“, erklärt Markus Staudt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Heizindustrie (BDH).
Zwar stiegen die CO2-Einsparungen gegenüber dem Vorjahr von 1,5 auf zwei Millionen Tonnen jährlich, wie eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungsunternehmens Frontier Economics zeigt. Gleichzeitig befindet sich der Absatz moderner Heiztechnik auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren. „Ohne einen spürbaren Modernisierungsschub wird es zunehmend schwieriger, die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen“, so Staudt.
Die Gründe hierfür dürften vielfältig sein. Natürlich spielt auch die neue Regierung und das für Mitte 2026 geplante neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) eine Rolle. Dabei wird die Pflicht zu erneuerbaren Energien stark aufgeweicht, Gas- und Ölheizungen bleiben erlaubt. Zudem ist das Thema Nachhaltigkeit aktuell aus dem öffentlichen Fokus gerückt.
Doch nur weil sich der Blick verschiebt, werden die Probleme nicht kleiner. Das zeigt auch das Ende März veröffentlichte Klimaschutzprogramm 2026: Auf Basis der Projektionsdaten 2025 wird deutlich, dass insbesondere die Sektoren Gebäude und Verkehr weit hinter ihren notwendigen Reduktionszielen liegen.
Wärmepumpen bleiben indes bei den nachhaltigen Heizmethoden führend. Dennoch setzte sich auch hier der Absatzrückgang fort: Mit nur noch 627.000 verkauften Exemplaren fiel der Markt 2025 um weitere zwölf Prozent gegenüber dem bereits schwachen Vorjahr. Vor diesem Hintergrund wirbt der BDH für eine auch in Zukunft verlässliche staatliche Unterstützung. Die bis 2029 zugesagte Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sei hier ein wichtiges Signal. Christoph Kastenbauer