Wildenwart – In der bis 1978 selbstständigen Gemeinde Wildenwart besteht eine von insgesamt 26 Gemeinschaften der Katholischen Landjugend (KLJB). Gegründet wurde sie im Jahr 1951. Heuer blickt die KLJB Wildenwart unter dem Vorsitz von Lukas Stocker mit einer gemischten Vorstandschaft somit auf 75 Jahre Vereinsgeschichte zurück.
Jubiläumsfest mit
Fahnenweihe
Grund genug, gemeinsam mit der Feuerwehr ein großes Fest zu feiern. Einer der Höhepunkte ist die Weihe der neuen, bei der Firma Kössinger handgefertigten Fahne. Diese findet am Sonntag, 3. Mai, im Rahmen des mehrtägigen Festprogramms statt.
Das gemeinsame Festzelt am Platz neben dem Feuerwehrhaus bietet von Donnerstag, 30. April, bis Montag, 4. Mai, ein abwechslungsreiches Programm. Die Dirndl und Buam treten dabei in neuer Tracht auf: Seit 2024 verfügt die Landjugend über eine einheitliche Ausstattung mit Dirndl und Gewand. Den Festgottesdienst zelebriert Pfarrer Philipp Werner (Pfarrverband Westliches Chiemseeufer), begleitet wird er von Matthias Schmitz, dem geistlichen Beirat der KLJB Wildenwart.
Ein Blick in die
Anfangsjahre
Einen frühen Einblick in das Vereinsleben gibt die Chronik: Bei der Generalversammlung am 28. August 1957 im Jugendheim nahmen 33 Jugendliche teil. Am 17. September folgte eine sogenannte Jugendstunde, in der unter anderem ein Jahresausflug nach Salzburg geplant sowie Abstimmungen mit dem Kreisjugendring Rosenheim getroffen wurden.
Es gab zudem getrennte Jugendstunden für Burschen und Mädchen. Letztere wurden von Fräulein Schuhbeck von der Landwirtschaftsschule Rosenheim unter anderem in einem Stickwettbewerb angeleitet. Ein anschließender Backkurs fand mit 28 Teilnehmerinnen großen Zuspruch. Das Jahr 1957 endete mit der Renovierung des Jugendheims, das fortan als Pfarrheim bezeichnet wurde, sowie mit einer gemeinsamen Weihnachtsfeier.
Gegen den „Untergang
der Dorfkultur“
Das Jahr 1958 begann für die Landjugend mit einer Gruppenstunde zum Thema „Untergang der Dorfkultur“, referiert von Lehrer Edelmann, sowie mit der Teilnahme an einem Dekanatstag in Prien. In den folgenden Wochen standen unter anderem die Rollenverteilung für einen bunten Theaterabend, eine Singstunde der Mädchen im Pfarrhof und die Gestaltung einer Maiandacht auf dem Programm.
Die Chronik berichtet vom Dekanatstag: „Um 8 Uhr morgens feierte die versammelte Jugend des Dekanats Chiemsee mit Kaplan Otter im Eichental die heilige Messe. Die Banner der einzelnen Jugendgruppen nahmen rund um den Altar Aufstellung, die Blaskapelle Wildenwart begleitete die Lieder.“ Später folgte eine Missionsstunde mit einem deutschen und einem japanischen Missionar.
Beim „Bunten Abend“ am 8. Juni 1958 in der Schlosswirtschaft Wildenwart begrüßte Expositus Johann Strobl die Gäste. Für Einakter, Lieder, Gedichte und Musik erhielten die Mitwirkenden großen Applaus. Zum Jahresende überzeugte die Landjugend mit der Aufführung des Spiels „Der Totentanz“.
Theater und Wechsel
Auch 1959 gab es einen „Bunten Abend“, diesmal unter der Leitung von Hans Stoib und mit Prinzessin Helmtrud sowie Bürgermeister Müller als Ehrengästen. Veränderungen ergaben sich in der Vorstandschaft: Erika Noichl schied aufgrund ihrer Hochzeit aus, ihre Nachfolgerin wurde Annemarie Schlosser. Schriftführerin Reinhilde Mühlthaler übernahm zusätzlich die Kassenführung, Anneliese Kirner wurde als Pflugposten bestimmt.
In der männlichen Vorstandschaft mit Balthasar Obermaier und Konrad Kronast gab es keine Änderungen. Als Bannerträger wurden Robert Gmeiner und Rita Loferer benannt.
Schlenklpfinsta
1960 begann mit einem Faschingsabend am sogenannten „Schlenklpfinsta“ in der Gastwirtschaft Rosenwink in Prutdorf, zu dem trotz schlechten Wetters zahlreiche Mitglieder kamen. Am 24. Januar 1961 war Dekanatsjugendseelsorger Anton Tremmel aus Rohrdorf zu Gast und betonte in seinem Vortrag die Bedeutung von Güte und Wahrhaftigkeit für das menschliche Zusammenleben.
Im selben Jahr folgte ein weiterer „Bunter Abend“ mit Einlagen wie „Der Unfall“ und „Die Schwiegermutter“ sowie den Einaktern „Raubmörder gesucht“ und „Die Feuerspritze“.
Tradition bewahren,
Neues gestalten
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die KLJB Wildenwart den gesellschaftlichen Veränderungen angepasst. Geblieben ist die enge Verbindung zu kirchlichen Terminen und Aufgaben, hinzugekommen sind zahlreiche eigene Aktivitäten.
Dazu zählt seit vielen Jahren die Altkleidersammlung „Aktion Rumpelkammer“. Ebenfalls früh eingeführt wurde ein Nikolausdienst, dessen Erlöse der örtlichen Vereinsarbeit zugutekommen. Große Akzeptanz findet zudem die Kinderbetreuung am Heiligabend im Pfarrheim („Wir warten auf das Christkind“), die Familien entlastet.
„Gummibärli-Party“
Zur Finanzierung eigener Projekte organisiert die Landjugend regelmäßig die „Gummibärli-Party“ im Feuerwehrhaus Wildenwart. Auch heuer war diese wieder ein voller Erfolg und zeigt die organisatorische Stärke des Vereins. Entsprechend zuversichtlich blickt die KLJB Wildenwart auf die Festwoche zum 75-jährigen Jubiläum mit Fahnenweihe. hö