2022 fielen in Deutschland 55 Millionen Tonnen Bauschutt an. Davon konnten laut dem Umweltbundesamt rund 82 Prozent wiederverwertet werden. Auch das Recycling wertvollerer Materialien für Neubau und Modernisierung gewinnt an Fahrt. Baufamilien hilft der Trend, Ressourcen und Geldbeutel zu schonen.
Wiederverwendung
macht Bau günstiger
Denn Glas, Metall, Ziegel, Mörtel, Beton oder Holz sind zu kostbar, um auf der Deponie zu landen. Diese Materialien lassen sich gut wiederaufbereiten oder recyceln. Die Wiederverwendung des „geretteten“ Baumaterials macht den Bau meist auch günstiger. Das gilt für den Rückbau, bevor an Ort und Stelle ein Neubau errichtet wird, wie auch für die Modernisierung eines Altbaus, da Kosten für die Entsorgung entfallen.
Modernisierer können mit alten natürlichen Materialien ihrer Kreativität freien Lauf lassen. „Der Einbau einer massiven Tür, alter Sprossenfenster oder von Terrakottaplatten spart nicht nur Geld“, sagt Krzysztof Pompa von der BHW Bausparkasse. „Ein Haus strahlt durch solche Elemente besonderen Charme aus.“ Ziegelsteine sind, sobald die Mörtelreste beseitigt sind, oft ohne weitere Behandlung verwertbar. Es gibt Fachhändler, die sich auf historische Baustoffe spezialisiert haben. Modernisierende können die begehrten Teile über Baustoffbörsen, in Antiquitätenläden oder auf Flohmärkten kaufen.
Jede Immobilie ist ein
Rohstofflager
Auch bei großen Neubauprojekten wird mittlerweile auf Recyclingverfahren gesetzt, was erheblich zur Reduzierung von CO2-Emissionen beiträgt. „Die Kreislaufwirtschaft beim Bauen und Modernisieren mindert die Umweltbelastung. Jede Immobilie ist ein wertvolles Rohstofflager, man muss das Potenzial nur heben“, sagt der Experte von BHW. Und die Baubranche lernt dazu: Baustoffe und ganze Gebäude werden heute oft schon so konzipiert, dass sie am Ende ihrer Lebensdauer repariert, wiederverwendet oder recycelt werden können. Bhw