Heldenstein – Ein großer Meilenstein ist geschafft: Am Samstag feiert die Gemeinde Heldenstein die neue Hackschnitzelheizanlage mit einem Tag der offenen Tür. Gleichzeitig öffnet der neue Biergarten beim „Alten Wirt“. Es ist ein Fest für Technik, Nachhaltigkeit, Dorfgemeinschaft und Tradition in einem.
Der Weg dieses Projekts war ambitioniert. Doch nun zieht Bürgermeisterin Antonia Hansmeier eine rundum positive Bilanz: „Der gesamte Projektverlauf verlief äußerst erfreulich und macht mich wirklich stolz. Sowohl der Zeitplan als auch der Kostenrahmen konnten zuverlässig eingehalten werden.“ Besonders wichtig ist ihr, dass alle Aufträge an Firmen aus dem Landkreis vergeben wurden. „Und diese haben hervorragende Arbeit geleistet“, betont sie. „Alle haben an einem Strang gezogen.“
Begonnen hat der Bau der Hackschnitzelheizung im Frühjahr 2024. Bereits im November des gleichen Jahres erfolgte die Inbetriebnahme der Anlage. Die technische Ausstattung ist dabei zukunftssicher ausgelegt: Die Anschlussleistung beträgt insgesamt zweimal 200 kW. Aktuell werden rund 250 kW genutzt, gleichzeitig besteht eine Reserve von etwa 150 kW für den Anschluss weiterer geplanter Liegenschaften.
Damit war der „Alte Wirt“ als erste öffentliche Liegenschaft an das neue Nahwärmenetz angeschlossen und wurde seither mit Fernwärme versorgt. Später wurde das Gasthaus auf ein modernes Zweirohr-Heizsystem umgestellt, was die Effizienz und Steuerung der Wärmeversorgung deutlich verbesserte.
Für zusätzliche Betriebssicherheit sorgt ein durchdachtes Redundanzsystem: Zwei Kessel – ein Master- und ein Slave-Kessel – gewährleisten eine zuverlässige Versorgung. Sollte ein Kessel ausfallen, übernimmt automatisch der zweite.
Seit November 2025 sind außerdem die Gemeindeverwaltung, die Schule, die Kita, das Feuerwehrhaus sowie der Bauhof an das Wärmenetz angeschlossen. Das bedeutet: Rund um die Ortsmitte konnte die Wärmeversorgung immer mehr auf nachhaltige, regionale Energie aus Holz umgestellt werden.
Ein Herzensprojekt für
die Gemeinde
Für Antonia Hansmeier ist das Projekt weit mehr als ein technischer Umbau: „Dieses Projekt war mir eine echte Herzensangelegenheit“, sagt sie. In vielen Gemeindegebäuden steht der Austausch von Öl- und Gasheizungen an: „Mit der Anlage gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft“, betont sie.
Ihr Ziel ist klar: „Wir wollen bis 2030 CO2-neutral heizen – und mit dieser nachhaltigen Lösung sind wir auf einem sehr guten Weg.“ Die Energie stammt aus Holz, einem nachwachsenden Rohstoff, und die Hackschnitzel werden von den örtlichen Waldbauern geliefert. Die Versorgung ist dabei langfristig gesichert: Eine feste Liste regionaler Landwirte stellt die kontinuierliche Belieferung sicher. „So bleiben Wertschöpfung und Ressourcen in der Region: Die Wälder werden gepflegt, die Landwirte haben einen sicheren Abnehmer und wir stärken unsere lokale Gemeinschaft“, erklärt die Bürgermeisterin. Zusätzlich konnten Fördermittel der KfW genutzt werden, was den Gemeindehaushalt spürbar entlastet hat.
Der „Alte Wirt“ als
Herzstück der Dorfmitte
Zentrale Rolle in diesem Projekt spielt der „Alte Wirt“. Das Gasthaus ist mehr als nur eine Wirtschaft: „Hier sind die Adlerschützen Küham e.V., der Musikverein Heldenstein e.V., unsere Jugend mit ihrem Treffpunkt und natürlich die Gaststätte ‚Alter Wirt‘, die vom Erhaltungsverein betrieben wird, zuhause“, beschreibt sie. Als stellvertretende Vorsitzende des Erhaltungsvereins ist sie überzeugt davon, dass ein Wirtshaus ebenso zum Dorf gehört wie die Kirche.
Durch die räumliche Nähe des Heizhauses konnte zudem der Biergarten beim „Alten Wirt“ neu gestaltet und erweitert werden. Entstanden sind zusätzliche, einladende Sitzmöglichkeiten sowie ein kleiner Spielplatz für die jüngsten Gäste. Im Rahmen der Bauarbeiten wurde zudem ein neuer Schuppen für den „Alten Wirt“ errichtet, der die Infrastruktur des Gasthauses und den Betrieb im Hintergrund unterstützt.
Einladung zu Technik,
Genuss und Gemeinschaft
Der Tag der offenen Tür soll genau diese Verbindung aus Nachhaltigkeit, regionalem Engagement und geselligem Leben zeigen. Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, die Hackschnitzelheizanlage zu besichtigen, mehr über das Nahwärmesystem zu erfahren und den neuen Biergarten beim „Alten Wirt“ zu genießen. Es gibt Informationen rund um die Technik und die geplanten CO2-Ziele, aber auch Raum für Gespräche, Musik und gemeinsames Beisammensein.