von Redaktion

Fortsetzung

Die Sanitäranlagen nutzen Sie also gar nicht?

Doch, aber nur tagsüber. Und sie sind für mich kein Buchungskriterium. Ich suche mir lieber einen Platz, auf dem man einen tollen Blick hat, wo es nicht so voll ist und wo man mitten in der Natur oder direkt am Strand stehen darf.

Ein paar dieser Traum-Campingplätze müssen Sie uns jetzt verraten.

Da kann ich erst mal von Norddeutschland schwärmen. Ich liebe den am Plöner und am Schweriner See. Sehr mag ich auch die Ahoi-Campingplätze, den auf Fehmarn, den am Canowersee und den im Darßer Fischland. Auf ihnen habe ich meine Sendung gedreht. Ansonsten fahre ich natürlich auch gerne in den Süden, Korsika etwa ist eine meiner absoluten Lieblingsinseln in Europa. Dort ist jedes Eck anders. Den Südwesten mag ich total gern, an der Ostküste gibt es schöne breite Strände. Aber auch Cap Corse im Norden ist wunderbar, mit vielen kleinen Orten. Außerdem gibt es auf Korsika auch einen Höhenwanderweg mit traumhaften Meerblicken.

Das hört sich nach einem super Tipp an.

Was ich noch wirklich toll fand, war Slowenien. Dort gibt es tolle Campingplätze im Triglav-Nationalpark oder im Soca-Tal. In Kroatien sind wir auch schon an der Küste entlang, mit der Fähre rüber auf Krk oder Cres. Und unseren Traum von Australien haben wir uns ja auch schon vor Kurzem erfüllt.

Welches Land steht derzeit auf Ihrer Bucket-List?

Griechenland und Marokko. Außerdem würden wir gerne mal die Iberische Halbinsel umrunden.

Sie sagen immer „Wir“. Ihr Mann muss stets mit?

Mich alleine irgendwo mit dem Camper hinstellen, das würde ich mich nicht trauen. Ich hatte neulich bei meinem Camping-Podcast „Ins Blaue“ eine Frau zu Gast, die hat eine App namens „Roadtrip Love“ entwickelt. Die macht alleine die tollsten Reisen. Nach Kasachstan, in den Iran, mit einem uralten Auto, und sie gibt Kurse für Frauen, die alleine reisen wollen, erklärt, wie man sicher unterwegs ist, wie man Reifen alleine flickt, was man machen kann, wenn man sich im Sand festfährt. Ich bewundere solche tough­en Frauen. Bei mir macht das alles mein Mann.

Bei Ihrer Sendung „Tietjen campt“ sitzen Sie aber selbst hinterm Steuer.

Ja, mittlerweile weiß ich auch, wo man das Stromkabel einstöpselt und wie man den Wassertank auffüllt. Oder wie ich hoch zur Dachbox krabble, um da was rauszuholen. Einer meiner ersten Gäste, Schauspieler Matthias Matschke, hat mal lachend festgestellt: ‚Bettina, das ist keine Fernsehsendung, das ist eine Therapie. Du sollst lernen, mal ohne Mann auszukommen.‘ Recht hatte er.

Gibt es denn viele Promis, die gerne campen?

Absolut. Johannes Oerding war vor Kurzem in Neuseeland unterwegs. Steven Gätjen hat mir Tipps zu Skandinavien gegeben. Sandra Maischberger ist eine Hardcore-Camperin, die zeltet und wandert. Mirja Boes fährt jedes Jahr mit dem Camper an den Atlantik. Jörg Pilawa war mit seiner Familie im Camper auf Weltreise, meinte danach treffend: ‚Der Satz, den wir am häufigsten auf dieser Reise gesagt haben, war: Kann ich bitte mal durch.‘

Wen packen Sie für Ihre nächste Sendung ein?

Wir fahren im Juni los – von Norderney über das Emsland, Amsterdam zum Ijsselmeer und dabei begleiten mich Sven Martinek, Jochen Schropp, Matthias Steiner und Regina Halmich.

Gibt es auch jemanden Ihrer Freunde, der Campen nicht ausstehen kann?

Jürgen von der Lippe hatte ich mal in meiner Sendung. Er hat sich gar nicht mehr einbekommen, wie schrecklich er das Ganze findet: die Toilette, die Enge des Campers… Und ich hab ihn immer versucht zu überzeugen, saß mit ihm beim Sonnenuntergang, wir haben gegrillt, aufs Wasser geblickt, und ich sage: ‚Jürgen, kannst du dir diese Situation vor einem 5-Sterne-Resort vorstellen?‘ Und er: ‚Völlig mühelos.‘

Für Sie ist Campen aber immer noch das Schönste.

Weil ich da so viel draußen bin und viel spontaner als sonst. Man fährt weiter und weiter, sieht immer was Neues, man ist so ungebunden, das mag ich. Und es ist so egal, wann man aufsteht und wie man dabei aussieht.

Obwohl Sie sicher oft auch erkannt werden auf Campingplätzen.

Das stört mich nicht. Das Einzige, was ich nicht mag, wenn ich am FKK-Strand abhänge und Leute daherkommen, um mit mir ein Selfie zu schießen…

Interview:

J. Ammerschläger

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