Iran-Krieg lässt Kosten für Hausbauer steigen

von Redaktion

Verbandschef für weniger Bauvorschriften

Hausbauer müssen sich wegen des Iran-Kriegs auf deutlich höhere Kosten einstellen. „Wir sehen fast überall Kostensteigerungen“, sagt der Präsident des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen, Thomas Reimann. Das reiche von Stahl über Beton bis hin zu Dämmstoffen und Folien, die auf Rohöl basierten. „Insgesamt liegen die Baukosten um drei bis fünf Prozent höher als vor dem Iran-Krieg.“

Aussicht auf schnelle Besserung gebe es nicht. „Bauen wird nicht billiger werden.“ Selbst wenn die Rohölpreise am Weltmarkt zurückgingen, dürften Lieferanten zunächst bei ihren Preisen bleiben. Schon 2024 und 2025 waren die Baukosten für konventionelle Wohngebäude laut Statistischem Bundesamt um rund drei Prozent gestiegen.

Verbandschef Reimann appelliert an die Politik, Bauen billiger zu machen, um den Wohnungsbau anzukurbeln. „Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum birgt soziale Sprengkraft.“ Bauen in Deutschland sei wegen strenger Vorschriften zu teuer. So seien Stellplätze für Mehrfamilienhäuser vorgeschrieben, ein Parkplatz in einer Tiefgarage koste aber bis zu 50.000 Euro. Ein Grund sei, dass es nur wenige Deponien für Erdhaushub gebe. Andere Länder könnten als Vorbild dienen, meint Reimann. Schweden käme verglichen mit Deutschland mit weniger Baunormen aus und baue entsprechend billiger. „Und in Belgien und Frankreich sind Stärken von 15 bis 19 Zentimeter für Betondecken üblich, während wir in Deutschland 30 bis 40 Zentimetern verbauen.“ Bei einer dünneren Decke höre man spielende Kinder bei den Nachbarn vielleicht mehr. „Aber das sollte verkraftbar sein,“ sagt Reimann, der selbst Bauunternehmer ist. „Wir müssen wegkommen vom Goldstandard.“ Dpa

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