Sandero und Duster von Dacia rangieren in den Zulassungsstatistiken in Europa ganz oben. Vans haben es zwischen SUV und Kleinwagen generell schwerer. So auch der Dacia Jogger. Die rumänische Tochter des Renault-Konzerns hat das Modell bei Komfort, Konnektivität und Design aufgewertet. Mit 2.085 Litern Laderaumvolumen und über 600 Kilogramm Zuladung bleibt der Jogger der Lastesel im Dacia-Programm. Das von uns getestete Modell mit dem neuen 155-PS-Hybridantrieb verbraucht 4,4 bis 4,7 Liter auf 100 Kilometer (WLTP). Beim Test blieb der Verbrauch am unteren Ende des Rahmens. Der um 15 PS schwächere Vorgänger hatte mehr Durst.
Innen findet man kaum einen Unterschied zu den Markengeschwistern. Die Anordnung der Bedienelemente ist vom kleineren Sandero kaum zu unterscheiden. Auch das Raumgefühl ist das Gleiche. Der Zuwachs spielt sich hinten ab. Etwa mit einer dritten Sitzreihe, die aber beim Ein- und Aussteigen ein wenig Gelenkigkeit erfordert. Klappt man die zweite Reihe um, ergibt sich eine Ebene mit ausreichend Liegefläche für zwei Erwachsene.
Unterwegs wirkt das Auto trotz Mehrleistung nicht ganz so agil und kurvenfreudig wie der Sandero. Da wirkt sich der längere Radstand aus. Auch die Lenkung könnte etwas direkter sein. Unebenheiten gibt die Federung stärker an die Insassen weiter als gewohnt. Die hohe Zuladung wäre ohne Kompromiss bei der Abstimmung kaum möglich.
Gewöhnungsbedürftig ist der manchmal hohe Drehzahlanstieg beim Beschleunigen. Da wird elektrische Energiereserve in die Batterie gepumpt. Nachteil des Hybridmotors: Die Anhängelast endet mit 1.000 Kilogramm. Die reinen Verbrenner-Varianten sind auch kein Zugpferd, schleppen aber vier Zentner mehr.
Zahlt sich der sparsame Plug-in-Hybrid aus? Allein wegen des Verbrauchsvorteils kaum. Bei rund 1,5 Litern Minderverbrauch gegenüber den Benzinern dauert die Amortisierung für die Mehrkosten lang. Wer ungern schaltet, auf Leistungsreserven setzt und Sprit sparen will, bekommt ab 24.490 Euro in der Ausstattungslinie Expression ein attraktives Paket.
Doch es gibt ernsthafte Konkurrenz im eigenen Stall: Der Jogger Eco-G 120 Auto mit 122 PS fährt mit Benzin und Autogas, brilliert mit 1.500 Kilometern Reichweite und ist in der Basislinie Essential ab 17.990 Euro zu haben; ebenso viel kostet der reine Benziner. MARTIN PREM