Am Rand zieht es gern herein, das ist nicht nur bei Fenstern, sondern auch bei Dächern so. Um dies zu vermeiden, gibt es sogenannte Ortgang-Steine. Der Begriff Ortgang hat dabei weder mit einem Gang noch einem Ort zu tun. Er stammt aus dem Althochdeutschen und bezeichnet den seitlichen Abschluss eines geneigten Dachs an der Giebelkante. Er setzt sich aus „Ort“ (äußerstes Ende) und „Gang“ (Verlauf) zusammen, was sinngemäß das „Ende der Dachfläche“ bedeutet.
Ortgänge sehen dabei aus wie der normale Teil einer Dachdeckung, nur dass sie seitlich eine verlängerte Kante haben, um einen gut geschützten Abschluss des Dachs am Giebel zu gewährleisten. Dadurch schützt der Ortgang die Unterkonstruktion vor Witterungseinflüssen, Windlasten und Feuchtigkeit. Diese speziellen Formsteine werden mechanisch durch Verschrauben auf dem Dachgerüst befestigt, um einen sicheren Dachabschluss zu gewährleisten. Die Verlegung beginnt an der Traufe und erfolgt nach oben zum First. Ortgangsteine ersetzen hierbei die äußersten Flächenziegel oder Dachsteine am Rand. C. Kastenbauer