Blindenschrift

von Redaktion

Warum ältere Menschen sie lernen sollten

Vor 200 Jahren entwickelte der blinde Teenager Louis Braille die tastbare Blindenschrift, die nach ihm auch „Brailleschrift“ genannt wird – ein Geniestreich und für Generationen blinder Menschen der Schlüssel zu Kommunikation, Bildung und beruflichem Erfolg.

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) weist darauf hin, dass auch ältere Menschen mit Augenerkrankungen enorm vom Erlernen der Blindenschrift profitieren.

Das Beherrschen der Blin-
denschrift bietet Vorteile

Braille zu beherrschen, bringt viele praktische Vorteile mit sich – selbst wenn das Entziffern anfangs etwas Zeit braucht. Mit Punktschriftkenntnissen kann man zum Beispiel selbstständig Medikamentenverpackungen auseinanderhalten. Gewürze, Tees, Dokumente und viele andere Dinge lassen sich eigenhändig mit Blindenschrift kennzeichnen und später leicht erkennen. Angenehmer Nebeneffekt: Wer Dinge derart beschriftet, muss seltener um Hilfe bitten und genießt mehr Privatsphäre. Oft ermöglicht Braille aber auch mehr Gemeinschaft. So können beispielsweise mit Punktschrift gekennzeichnete Spielkarten gemeinsam von Menschen mit und ohne Seheinschränkung genutzt werden.

Auch außerhalb der eigenen vier Wände ist Punktschrift äußerst hilfreich: In Aufzügen lassen sich die richtigen Etagenknöpfe ertasten, an Türen oder Treppengeländern bieten Braille-Schilder Orientierungshilfen. Wer sich im Alter auf diese neue Art des Lesens einlässt, tut zudem aktiv etwas für seine geistige Fitness. Blindenschrift zu lernen, ist in jeglicher Hinsicht ein guter Schritt, um das Leben auch mit einer fortschreitenden Augenerkrankung wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Informationen des DBSV zum Erlernen der Blindenschrift findet man unter www.dbsv.org/punktum.

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