Endlich einmal kein SUV, war vermutlich bei vielen der erste Gedanke, als Mazda den vollelektrischen 6e präsentierte. Die Limousine setzt – wie man es von der japanischen Marke gewohnt ist – Akzente. Wir waren mit der Ausstattungsversion Takumi Plus unterwegs.
Lob: Das Design des 1,48 Meter flachen, dynamisch wirkenden Autos kaschiert geschickt, dass es stattliche 4,92 Meter lang ist. Der Einstieg ist wegen recht knapp geschnittener Türen nicht so bequem, dafür wähnt man sich dank Materialauswahl und Verarbeitung in einem luxuriöseren Gefährt.
Dominiert wird das Cockpit von einem riesigen, mittig am Armaturenbrett angebrachten Touchscreen. Dort spielt sich das automobile Leben ab, Knöpfe und Schalter sucht man am Armaturenbrett vergeblich. Das Infotainment stammt vom chinesischen Kooperationspartner Changan und ist mit viel zu vielen Funktionen überfrachtet. Auch Elementares wie der Scheibenwischer werden darüber gesteuert. Bis man sich daran gewöhnt hat, fährt man oft im Blindflug.
Zum Start heißt es Fahrstufe einlegen und Fahrpedal treten. Mit 258 PS Leistung und 320 Nm Drehmoment wird der 2037 Kilogramm schwere Wagen dezent, aber doch nachhaltig beschleunigt. Bei 175 km/h ist Schluss. Der Mazda ist ein Fall fürs entspannte Cruisen, dementsprechend genügsam ging er mit der Energie um und kam mit der 68,8-kWh-Batterie auf rund 370 Kilometer Reichweite. Der 466 Liter fassende Kofferraum genügte unseren bescheidenen Ansprüchen, beim 72 Liter fassenden Frunk vorne freuten wir uns über eine herausnehmbare Tasche, die das Be- und Entladen erleichterte. Die übliche Piepser-Armada half beim Parken, der Wendekreis von 11,6 Metern erschwerte das Rangieren.
Kritik: Mit der Sprachassistenz hatten wir Probleme, denn entweder wurden uns zig Ziele angezeigt (aber nie das richtige) oder es gab keinen Treffer. Trauriger Höhepunkt bei der Suche nach dem Mazda Museum Augsburg: „Der genannte Ort ist nicht gefunden.“
Kosten: Bei uns standen als Durchschnittsverbrauch 16,9 kWh auf 100 Kilometer im Display des Bordcomputers. Der Blick auf die Preisliste erfreut, denn unser komplett ausgestatteter Wagen stand dort für 46.900 Euro.
Fazit: Wer kein SUV will, aber auf Komfort und gutes Preis-Leistungs-Verhältnis Wert legt und wenig Langstrecken fährt, sollte mit dem Mazda 6e eine Probefahrt machen. V. PFAU