von Redaktion

Wenn die Freiwillige Feuerwehr Höhenrain ihr 155-jähriges Bestehen feiert, blickt sie auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Seit Generationen stehen die Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner für Einsatzbereitschaft, Kameradschaft und den Dienst am Nächsten. Was im Jahr 1871 mit einfachen Mitteln begann, ist heute eine moderne, leistungsfähige und fest im Gemeindeleben verwurzelte Wehr.

Die Höhenrainer Feuerwehr ist dabei weit mehr als eine Einsatzorganisation. Sie ist ein Stück Heimat, ein verlässlicher Teil des Dorflebens und ein Ort, an dem Zusammenhalt über Generationen hinweg gelebt wird. Das Jubiläum ist deshalb nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch ein Moment des Dankes – an alle, die diese Feuerwehr aufgebaut, getragen und weiterentwickelt haben.

Die Anfänge am
Michaelitag 1871

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Höhenrain beginnt am Michaelitag, dem 29. September 1871. Auf Initiative des damaligen Lehrers Halbrecht wurde die Wehr gegründet, nachdem ein staatlicher Aufruf zur Gründung solcher Einrichtungen erfolgt war. Zum Ersten Vorstand wurde der Gastwirt Franz Katzmair aus Großhöhenrain gewählt.

Schon wenige Jahre nach der Gründung war die Feuerwehr gut organisiert. Im Jahr 1879 zählte sie bereits 129 Männer. Die Mannschaft war klar gegliedert: 15 Steiger, 81 Spritzenmänner und 33 Ordnungsmänner gehörten der Wehr an. Diese frühe Struktur zeigt eindrucksvoll, welch hohen Stellenwert die Feuerwehr schon damals für die Sicherheit der Bevölkerung hatte.

Mit der Einführung einer eigenen Satzung im Jahr 1881 wurden klare Regeln geschaffen. Disziplin, regelmäßige Übungen und eine verlässliche Organisation prägten von Beginn an das Selbstverständnis der Feuerwehr.

Die Ausrüstung der ersten Jahre war aus heutiger Sicht bescheiden. Zwei Handspritzen, untergebracht im Wasserhaus beim Schreiner, bildeten die Grundlage der Brandbekämpfung. Sie wurden von Pferdeführern zu den Einsatzorten gebracht und mussten von mehreren Feuerwehrmännern bedient werden.

Mit einfachen Mitteln
gegen große Gefahren

Trotz dieser einfachen Mittel rückte die Höhenrainer Wehr schon früh zu zahlreichen Bränden in der Umgebung aus. Einsätze führten unter anderem nach Voglried, Westerham, Holzham, Feldkirchen und Thal. Große Brände stellten die Feuerwehrkameraden immer wieder vor schwere Aufgaben. Gerade in diesen Anfangsjahren wurde deutlich, wie wichtig eine schlagkräftige und gut organisierte Feuerwehr für die Dörfer der Umgebung war.

Schwere Zeiten und
neuer Aufbau

Auch die beiden Weltkriege gingen an der Freiwilligen Feuerwehr Höhenrain nicht spurlos vorüber. Im Ersten Weltkrieg wurden 61 Feuerwehrkameraden zum Kriegsdienst eingezogen, acht von ihnen kehrten nicht mehr zurück. Während des Zweiten Weltkrieges musste der Feuerwehrdienst unter schwierigen Bedingungen aufrechterhalten werden. Viele Männer waren im Kriegseinsatz, sodass Frauen wichtige Aufgaben übernahmen.

Nach dem Krieg entwickelte sich die Wehr zunächst langsam weiter. Doch nach und nach wurden Ausrüstung, Ausbildung und Einsatzbereitschaft verbessert. Neue Uniformen wurden angeschafft, der Übungsbetrieb wurde intensiviert, und die technische Ausstattung machte wichtige Fortschritte. 1943 erhielt die Feuerwehr ihre erste Motorspritze, 1956 folgte eine weitere. Ende der 1950er-Jahre verbesserte ein Löschwasserbehälter die Versorgung deutlich.

Meilensteine auf dem Weg
zur modernen Feuerwehr

Ein besonderer Schritt war 1976 die Indienststellung des ersten Feuerwehrfahrzeuges. Das Tragkraftspritzenfahrzeug bedeutete für die Wehr einen großen Fortschritt und erweiterte die Einsatzmöglichkeiten erheblich.

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