von Redaktion

Walkersaich feiert ein besonderes Jubiläum: Der Radfahrverein blickt auf 125 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Was 1901 mit der Gründung begann, ist heute weit mehr als ein Traditionsverein. Mit einer lebendigen Vorstandschaft, 127 Mitgliedern und einem vielfältigen Festprogramm zeigt der Radfahrverein Walkersaich, dass aus gelebter Gemeinschaft ein Stück Heimat entstehen kann.

„Ein Verein lebt nicht nur von seiner Geschichte, sondern von den Menschen, die ihn tragen“, sagt Robert Denk. Und genau diese Mischung aus Tradition, Zusammenhalt und Engagement prägt den Radfahrverein seit Generationen.

Eine Geschichte mit Unter-
brechung und Neubeginn

Die Chronik des Vereins ist kurz, aber aussagekräftig. Gegründet wurde der Radfahrverein im Jahr 1901. Ein frühes, sichtbares Zeichen des Selbstverständnisses war die Standartenenthüllung am 17. August 1908. Über viele Jahre hinweg war der Verein Teil des örtlichen Vereinslebens, ehe er sich in einem nicht mehr genau bekannten Zeitraum auflöste.

Doch die Geschichte endete nicht. Am 11. November 1991 wurde der Radfahrverein Walkersaich neu gegründet. „Dass sich damals wieder einige zusammengefunden haben, war ein starkes Zeichen für den Ort und für den Wunsch, den Verein neu zu beleben“, so Robert Denk. Die Wiedergründung war damit nicht nur ein administrativer Akt, sondern auch ein bewusster Neustart mit Blick auf Gemeinschaft und Zusammenhalt.

Erinnerungen an
die Wurzeln

Besonders wertvoll sind die wenigen überlieferten Zeugnisse aus der Vergangenheit. Ein beschriebener Bierdeckel vom 1. November 1991 erinnert daran, dass im Gasthaus Mooser der Beschluss zur Wiedergründung fiel. Genannt werden dort Fulbert Seemann, Hans Haslböck junior, Franz Osl, Richard Reithaler, Martin Reichl und Johann Osner. Solche Dokumente sind mehr als nur Notizen: Sie sind Zeugnisse gelebter Vereinsgeschichte und zeigen, wie sehr der Verein aus persönlichem Einsatz entstanden ist.

Auch der Text zum Bericht im Mühldorfer Anzeiger vom 19. August 1908 über die Standartenenthüllung gehört zu diesen kostbaren Spuren. „Gerade solche alten Unterlagen machen deutlich, dass unser Verein eine echte Geschichte hat, auch wenn nicht alles lückenlos dokumentiert ist“, sagt Robert Denk. „Vielleicht ist genau das auch typisch für einen kleinen, starken Verein: Man schreibt Geschichte nicht für Archive, sondern fürs Leben.“

Heute ein
lebendiger Verein

Heute zählt der Radfahrverein Walkersaich 127 Mitglieder. Der Verein ist damit zwar überschaubar, aber alles andere als still. Er pflegt Gemeinschaft, organisiert Veranstaltungen und hält die Tradition des Vereinslebens in Walkersaich lebendig. „Wir sind kein Verein, der nur auf Zuruf existiert. Wir wollen etwas bewegen, zusammenkommen und Menschen miteinander verbinden“, beschreibt Robert Denk die aktuelle Ausrichtung.

Dabei geht es längst nicht nur um Rückschau. Der Verein versteht sich als aktiver Teil des Dorflebens, der Veranstaltungen auf die Beine stellt und Begegnung ermöglicht. Das Jubiläum ist deshalb nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch ein Moment, um zu zeigen, wofür der Verein heute steht: für Zusammenhalt, Geselligkeit und Engagement vor Ort.

Das Jubiläumsprogramm

Das Festwochenende bietet dafür den passenden Rahmen. Den Auftakt macht am Freitagabend das Weinfest. Einlass ist ab 18.30 Uhr, die Band spielt ab 19 Uhr. Damit beginnt das Jubiläumswochenende in geselliger Atmosphäre und mit genau dem richtigen Ton für ein Vereinsfest, bei dem das Miteinander im Mittelpunkt steht.

Am Samstag folgt ein abwechslungsreicher Programmtag. Ab 13.30 Uhr startet die Radlsuchwanderung am Festzelt. Die Gesamtstrecke beträgt rund zwölf Kilometer und führt über verschiedene Stationen. Parallel dazu beginnt um 14 Uhr das Stockschützenturnier an der Stockbahn. Wer es lieber kulinarisch mag, kommt ab 17 Uhr auf seine Kosten: Dann gibt es Steckerlfisch und Gegrilltes, bevor um 18 Uhr im Festzelt die Preisverleihung stattfindet.

Der Festsonntag bildet schließlich den feierlichen Höhepunkt. Um 10.30 Uhr beginnt der Festgottesdienst in der Kirche, an dem auch die umliegenden Ortsvereine beteiligt sind. Anschließend folgt der Umzug, bevor im Festzelt der Mittagstisch serviert wird. „Uns war wichtig, ein Fest zu gestalten, das Tradition, Bewegung, Geselligkeit und kirchliches Leben verbindet“, sagt Robert Denk. „Genau das spiegelt auch den Charakter unseres Vereins wider.“

Zwischen Tradition
und Zukunft

Das 125-jährige Jubiläum ist für den Radfahrverein Walkersaich nicht nur ein Rückblick auf bewegte Zeiten, sondern auch ein Zeichen für Zukunftsfähigkeit. Gerade kleine Vereine leben davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen, mit anpacken und sich mit dem Ort identifizieren.

Der Radfahrverein zeigt, dass solche Strukturen auch heute noch tragen können. „Wenn ein Verein 125 Jahre übersteht, dann liegt das nicht an der Zahl allein, sondern an der Bereitschaft vieler, sich einzubringen“, so Robert Denk.

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